Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ein Abschied in Frieden

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Ein Abschied

Vielleicht hätten wir es anders miteinander regeln können. Aber die Chancen früherer Zeiten sind vorbei.

So ist das nun einmal ...

Die Zeit schreitet voran und alles andere ist Vergangenheit.

Groll und Vorwürfe weichen einem Gefühl von Frieden. Das ist eine gute Zukunft.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Lieblingszitate CXXXXIV

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Schön und frech!


Kunst

kommt

von

können,

nicht von

wollen,

sonst

müsste

es ja

Wunst

heißen.



Karl Valentin


Gefunden auf einer Karl-Valentin-Postkarte, die ich in einem Museumsshop in München im August 2010 erworben habe.


Dienstag, 26. Oktober 2010

Lieblingszitate CXXXXIII

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Schon bemerkenswert, auf welchen Wegen Zitate zu mir gelangen! Den heutigen "Fund" habe ich (fast) aufgegessen! Denn er kam als Aufschrift auf einem kleinen Schokoladentäfelchen zu mir. Aber einem großen Geist tut das keinen Abbruch, und so stelle ich also den "Schokoladenspruch" von Buddha vor!


LEBENSFREUDE

Das Leben ist kein Problem,
das es zu lösen,
sondern eine Wirklichkeit,
die es zu erfahren gilt.

Buddha

Freitag, 22. Oktober 2010

Unsere "christlich-jüdische Tradition"

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In der letzten Zeit habe ich häufiger mit großem Gewinn Kolumnen von Harald Martenstein gelesen, die witzig und blitzgescheit gesellschaftliche Probleme "auf den Punkt bringen".

Vor mir liegt hier sein Statement "Länder verändern sich" aus dem Tagesspiegel vom 17.10.10. Er mokiert sich darin über eigentümliche Argumentationsweisen, die insbesondere nach der Rede unseres neuen Bundespräsidenten zur "Abwehr" der islamischen Gefahr für Deutschland entwickelt worden sind, darunter die neuerdings so beliebte "Beschwörung" des christlich-jüdischen Abendlandes und der "Aufschrei" angesichts der von Wulff gewählten Beschreibung, der Islam gehöre heutzutage zu Deutschland.

Im Gegensatz zu den folgenden Zitaten von Martenstein muss ich die Prügel für die "..." im obigen Absatz selbst einstecken, denn diese Kennzeichnungen stammen von mir.

Doch jetzt die versprochenen Auszüge aus Martensteins Kolumne:

Die Formulierung, über die ich mich in den vergangenen Wochen am meisten gewundert habe, hieß "christlich-jüdische Tradition". Angeblich haben wir in Deutschland eine "christlich-jüdische Tradition", die ist prima, pumperlgesund und steht auf Platz eins der Sonntagsreden-Hitparade. Unsere christlich-jüdische Tradition lassen wir uns von den Muslimen nicht kaputt machen. He, Leute, seid ihr meschugge? Die christlich-jüdische Tradition in Deutschland bestand bis vor ein paar Jahrzehnten aus Diskriminierung, Mord und Totschlag. Die erfreuliche christlich-jüdische Tradition in Deutschland ist rekordverdächtig, es ist eine der jüngsten Traditionen, die weltweit bekannt sind.

Vor, sagen wir, 100 Jahren hat man den Juden gern vorgeworfen, dass sie Deutschland unterwandern und heimlich alle miteinander verbündet sind und, halten Sie sich fest, man hat ihnen auch vorgeworfen, dass sie terroristische Anschläge planen, alle miteinander. Klingt recht vertraut.

Und an späterer Stelle:

Dass der Islam heute zu Deutschland gehört, ist eine banale Tatsachenfeststellung, weiter nichts. Wenn jemand "dazugehört", kann dieser Jemand übrigens durchaus Probleme bereiten. [...] Will allen Ernstes irgendwer Leute mit deutschem Pass zu Deutschen zweiter Klasse erklären, nur, weil sie die falsche Religion haben?

Mein Ver.di-Jubiläum

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Vor einigen Tagen erhielt ich unerwartet Post von Ver.di: Eine Ehrenurkunde mit Anstecknadel anlässlich meiner 25jährigen Gewerkschaftszugehörigkeit. Mit solchen Ehrungen kann ich - auf der formellen Ebene - nicht viel anfangen, und Ehrennadeln trage ich schon überhaupt nicht. Aber es ist eine bemerkenswerte Erinnerung für mich!

Bei meinem Eintritt war ich gerade vorübergehend als ABM-Psychologe beim Sozialpsychiatrischen Dienst in Berlin-Steglitz eingestellt. Eine nette Sozialarbeiter-Kollegin warb mich damals für die ÖTV, wie die Gewerkschaft vor der Wende noch hieß.

Ein Gewerkschafter, so wie man sie auf Streik-Bildern manchmal in der Zeitung sieht, bin ich nie gewesen. Und den größten Teil der verstrichenen Jahre habe ich in einer diakonischen Einrichtung gearbeitet, in der (bisher) eine Gewerkschaftsmitgliedschaft eher verpönt war. So hatte ich konkret meist nur wenig Mitstreiter. Aber dennoch war mir Ver.di eine große Hilfe, u.a. auch in einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung. Ebenso als Informationsquelle für meine Einschätzung wirtschaftlicher und sozialer Zustände in unserer Gesellschaft.

Gewerkschaftsmitglied zu sein, ist gesellschaftlich nicht gerade "in", dabei tut es Not!! Denn die Gewerkschaften, insbesondere Ver.di, scheinen mir eine der letzten Bastionen in unserem Staate gegen weiteren Sozialabbau zu sein.

So bin ich der Steglitzer Sozialarbeiterin noch heute dankbar und werde Ver.di auch als zukünftiger Rentner treu bleiben!

Lieblingszitate CXXXXII

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Das beste Mittel,

sich kennenzulernen,

ist der Versuch,

andere zu verstehen.


André Gide


Gefunden als „Schlussstein“ im Publik-Forum 20/10 v. 22.10.2010.



Mittwoch, 20. Oktober 2010

Der "Hassist"

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Im September gelang dem Prediger einer kleinen fundamentalistischen Kirche in den USA der Aufstieg in die Schlagzeilen der Welt. Alle hielten Tage lang den Atem an, weil er angekündigt hatte, 200 Exemplare des Korans öffentlich zu verbrennen. Gedacht war dies am Jahrestag des Anschlags vom 11.September 2001 als "Botschaft" gegenüber Drohungen radikaler Islamisten. Auf massive Proteste hin hat er schließlich auf diesen Schritt verzichtet, vorher aber durch seine Ankündigung in aller Öffentlichkeit gezündelt und viele in der islamischen Welt in extremer Weise provoziert und die eh' schon sehr angespannte Stimmung weiter aufgeheizt: Aus Afghanistan wurden Unruhen mit Straßenschlachten als Reaktion auf die Pläne dieses "Geistlichen" gemeldet.

Was müssen das für Menschen sein, die offensichtlich Hass auf der Welt verbreiten wollen und an den Zündschnüren für Eskalationen spielen, die die ebenfalls mit Hass aufgeladene Gegenseite in Brand setzen könnte?

Das Bedrohliche ist unabhängig davon, von welcher Seite es ausgeht. Ganz fatal wird es, wenn beide Seiten ihren Standpunkt dann auch noch religiös begründen. Welche verquaste Form von urzeitlicher Religion kann so etwas aber nur sein?

Ich habe die Nase voll von den Segnungen des Fundamentalismus jeglicher Couleur, der den Verstand und die Menschenliebe ausgeschaltet hat. Wenn die Betroffenen sich dann aber sogar noch als "Christen" bezeichnen, kann ich ihren Fanatismus durch nichts mehr entschuldigen. Sogar ich als atheistischer Zweifler kenne mich offensichtlich in der Bergpredigt besser aus als sie. Sie enthält bekanntlich das unmissverständliche Gebot „liebe deinen Nächsten …“!

Das Folgende ist nur ein Wortspiel, trifft aber vielleicht den Sachverhalt recht gut: Rassisten sind fanatische Hasser und Unterdrücker anderer Bevölkerungsgruppen, "Hassisten" hassen Menschen anderer Religion oder Weltanschauung. Hass ist das schlimmste Gift für die Menschheit, die Kooperation und Ausgleich zwischen Völkern und Menschengruppen bitter nötig hat, um die Herausforderungen der Umbrüche in den nächsten Jahrzehnten bewältigen zu können.