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Samstag, 13. April 2019

Bücherschau

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Diese Bücher habe ich u.a. in der letzten Zeit entdeckt. Ich finde ihre Themen sehr aufschlussreich und möchte mich in Kürze genauer mit ihnen beschäftigen:

Klaus Lindner: Anfang und Ende der Welt. Eine Geschichte des Kosmos. - Leipzig u.a.: Urania 1995.

Das ist dann ja schon fast ein antiquarischer Titel! Ich habe länger nach einer derartigen Darstellung  gesucht, die eine Einordnung ermöglicht, wie besonders und kurzfristig unsere menschliche Kultur in der Weltgeschichte angesiedelt ist, unsere Erde als Nußschale im Kosmos, in der wir alle nur eine winzige Zeitspanne verbringen dürfen! Eine Mahnung zur Bescheidenheit, ein Aufruf zur Solidarität aller Menschen aller Zeitspannen aufgrund ihrer nur so kurzen Existenz und eine Mahnung an alle Despoten und "Menschheitsbeglücker", die ihre tatsächliche Bedeutung über alle Maßen überschätzen!

Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. - Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Vlg. 4. Aufl. 2018. (= rororo 63 133). 

Dies ist kein religiöses Buch im üblichen Sinn! Es ist der Versuch, die Erzählungen der Bibel zu deuten als Grundlage für eine Betrachtung der Evolution der Natur und Kultur des Homo sapiens.
 
Steven Levitsky und Daniel Ziblatt: Wie Demokratien sterben. Und was wir dagegen tun können. - München: DVA 2018.

Ein mich beängstigendes Thema! Angesichts der politischen Verwerfungen in der Welt und der gewaltigen Aufmerksamkeit für rechte Themen allerorts in den Medien scheint aber die lange Jahre so friedliche Entwicklung bei uns nach der Wende nachhaltig gestört bzw. abgebrochen, eine Tatsache, die ich lange nicht wahrhaben wollte. 


 

Donnerstag, 8. März 2012

Denkverbote angesichts der demographischen Entwicklung

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Seit Jahren bin ich als "berufener Bürger" Teilnehmer ohne Stimmrecht im Sozialausschuss meiner jetzigen Heimatstadt in der Nähe von Berlin. Eine gute Informationsquelle! Zuletzt wurden wir ausführlich über die demographische Entwicklung allgemein und speziell in unserer Gemeinde in einem sehr ausführlichen Vortrag des Sachverständigen Wolfgang Rump unterrichtet.

Die Fülle der Fakten hat mich fast erschlagen, ich will hier nicht den Versuch wagen, konkrete Einzelheiten zu berichten, dafür gibt es bessere Quellen. Nur soviel: Meine Heimatstadt Fürstenwalde ist im nahen Umfeld von Berlin doch so gut aufgestellt, dass wir in den nächsten Jahrzehnten unsere Substanz und die Attraktivität fürs Wohnen bewahren können, keinen "Kahlschlag" befürchten müssen, wie er sich anderswo im Lande bereits ausbreitet. Der Vortragende charakterisierte es so, dass im uns umgebenden Landkreis LOS Regionen existieren, die schon jetzt aufgrund ihrer dünnen Besiedlung an Skandinavien erinnern, Tendenz zu weiterer Ausdünnung. Junge Leute ziehen weg, Läden werden immer seltener, der öffentliche Nahverkehr ist defizitär und wird weiter verringert, Ärzte werden knapp: Wer mag in einer solchen Gegend noch dauerhaft wohnen, wenn er nicht muss oder gerade die Einsamkeit sucht?

Brandenburg war auch schon in früheren Jahrhunderten unterbevölkert. Preußische Könige entwickelten daraufhin die Strategie, Menschen in allen Regionen Europas anzuwerben, um die Bevölkerung zu vermehren. Die berühmtesten Zuzügler waren die Hugenotten, aber auch ganz andere Personengruppen kamen! So ist unsere hiesige Bevölkerung über die Jahrhunderte hinweg aus einem richtigen "Schmelztiegel" entstanden.

Ähnliches dürfte wieder anstehen! Bisher war die "Wanderung" eher anders herum, weil viele Brandenburger in attraktivere Bundesländer umgezogen sind. Aber warum nicht auch unter anderen Menschengruppen werben? Die Welt ist so überbevölkert, dass es sicherlich Menschen gäbe, die gerne zu uns kämen ... Aber hier setzt das Denkverbot ein, dass ich in der Überschrift genannt habe. Immigranten, die nicht direkt unserem Kultur- und Sprachkreis entstammen, sind nicht beliebt in unseren Landen ... "Wir" wollen kein Einwanderungsland sein und schotten uns gegen die "Wirtschaftsflüchtlinge" aus anderen Erdteilen ab. Ich habe noch von keiner Studie gehört, die solche Möglichkeiten in Erwägung gezogen hätte. Wahrscheinlich denken die Verfasser nicht an solche Möglichkeiten (Denkverbot!) - oder sie fürchten, gegebenenfalls von ihren Kritikern "in der Luft zerrissen zu werden". Die Frage ist, ob wir uns dauerhaft den Luxus leisten können, derartige Möglichkeiten völlig auszuschließen - oder es wieder Wanderungsbewegungen in der Weltgeschichte geben wird, die uns aufgezwungen werden und denen wir uns deshalb nicht entziehen können. Das wäre ja auch nicht das erste Mal ...

Montag, 3. Januar 2011

Mein Motto für den Monat Januar 2011, gleichzeitig Jahresmotto 2011

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Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!

lautete der Ruf der Französischen Revolution! 222 Jahre ist dies nun schon her. Vieles hat sich seither auf der Erde geändert, denn viele Menschen haben sich von diesen Aussagen beeinflussen lassen. Auch wenn ich sie für die Ausgeburt der Vernunft halte, wirken sie aber leider nicht aus sich selbst heraus, sondern müssen von den jeweils lebenden Menschen immer wieder mit realem Leben erfüllt und nicht selten erst erkämpft werden!

Wenn wir uns auf der derzeitigen Welt umsehen, sieht es dabei sogar sehr schlecht um die Realisierung dieser Wertvorstellungen aus. Wo nicht überall in der Welt werden fundamentale Menschenrechte mit den Füßen getreten oder sogar brutal von irgendwelchen Diktatoren oder allein selig machenden Regimes unterdrückt!

Dies weist allerdings auf ein Phänomen, das mich schon immer sehr bestürzt hat: Hervorragende Ideale und ethische Vorstellungen, die wunderbare "Spielregeln" für das Zusammenleben der Menschen ergeben könnten, geraten oft in die Fänge von Fundamentalisten, Fanatikern und machtgeilen Potentaten und ihren Organisationen, die sie in ihrem Sinne umfunktionieren und ihrer ursprünglichen Bedeutung entleeren, leider oft sehr wirksam. Robespierre schickte Tausende unter die Guillotine "im Namen der wahren Revolution", Napoleon Bonaparte als folgender Kaiser (und Diktator!) war aber noch wesentlich schlimmer, denn in seinen Feldzügen starben Hunderttausende ...

Es ist leicht, sich über die Vergangenheit zu beklagen. Wie aber sieht es mit uns Lebenden aus? Die Zustände an vielen Ecken der Erde sind erschreckend (vgl. oben), wir in Deutschland hingegen durchleben eine der friedlichsten Epochen unserer Geschichte, denn seit 1945 sind wir von Kriegen, jedenfalls in unserem Lebensraum, verschont geblieben. Aber im sozialen Bereich befinden wir uns in einer rasanten Abwärtsspirale, die durch den immer massiver werdenden Gegensatz von arm und reich gekennzeichnet ist und unsere Bevölkerung spaltet. Wie sieht es da mit der "Brüderlichkeit", auf "Neudeutsch" Solidarität, aus, wenn die solidarischen Sicherungssysteme wie die Rente verkommen? Die "Gleichheit" der Lebenschancen ist ebenfalls zurückgegangen, wenn ich sehe, dass zu meinen Studentenzeiten relativ viel mehr Kinder aus weniger begüterten Schichten das Abitur und ein Studium schafften, während in unseren Tagen die soziale Herkunft wieder ein viel zutreffenderes Kriterium für den Bildungserfolg/Misserfolg eines Menschen geworden ist...

Aber wie schon am Anfang gesagt, keine dieser Wertvorstellungen verwirklicht sich von alleine, die jeweils Lebenden müssen für ihre aktuelle Ausgestaltung sorgen und wahrscheinlich immer wieder kämpfen - bitte ohne Gewalt!

In meinem nächsten blog möchte ich versuchen, eine Brücke zu Hans Küng und seinem "Weltethos" zu schlagen.

Dienstag, 30. November 2010

Die nächste Eiszeit kommt bestimmt

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Z. Zt. besuche ich einen Kurs, der sich mit der Stadtgeschichte Fürstenwaldes beschäftigt. Fasst man sie etwas weiter und möchte auch etwas über die Rahmenbedingungen der Region erfahren, so gehört die Entwicklung der Landschaft hinzu, die maßgeblich von der letzten Eiszeit geprägt wurde. So begann meine Ausbildung mit einer geologischen Exkursion.

Fürstenwalde ist musterhaft für alle Phänomene, die man mit der Eiszeit in Verbindung bringen kann. Es gibt hier Endmoränen (bei Rauen), Grundmoränen (bei Trebus) und das Urstromtal der Spree, alles wunderbar vom Aussichtspunkt an einem Hang unterhalb von Trebus gleichzeitig zu sehen! Dazu Beispiele für Seen der Eiszeit (Trebuser See, Petersdorfer See, Scharmützelsee) und die größten Findlinge Deutschlands in den Rauener Bergen. Ich wusste nicht, in was für einer hochinteressanten Gegend ich hier lebe!

Dieses Wissen verdanke ich dem Geologen Dr. Hess, der uns gleichzeitig etwas "geologische Bescheidenheit" lehrte: Vor 10.000 Jahren herrschte in unserer Region noch das Eis, das als Gletscher in einer Höhe von 1000 m über Brandenburg die Gegend auf der Erdoberfläche völlig verwüstete und umgestaltete. Dann zog es sich zurück, aber nur vorübergehend. Denn: Die nächste Eiszeit kommt bestimmt und folgt ausschließlich Naturgesetzlichkeiten, die von Änderungen in der Umlaufbahn der Erde um die Sonne bestimmt werden und völlig außer Reichweite menschlicher Einflussmöglichkeiten liegen.

"Zivilisation ist nur dann möglich, wenn die Erdgeschichte es erlaubt." sagte Dr. Hess, ebenso: "Wir leben in einer glücklichen Zeit." Das wird nicht so bleiben. Wer weiß, wie es bereits in 150 Jahren aussehen wird. Jedenfalls ist es eine Illusion, von länger konstant bleibenden klimatischen Bedingungen auszugehen. Es gibt einen beständigen Klimawandel!

So ist die Aufregung über die CO2-Belastung der Atmosphäre geologisch gesehen etwas künstlich, wenn auch vorübergehend durchaus berechtigt! In 30 Jahren werden die fossilen Brennstoffe in Brandenburg ausgehen, in anderen Teilen der Erde vielleicht etwas später, aber in absehbarer Zeit. Die Natur wird dann den erhöhten CO2-Gehalt der Luft allmählich wieder "verdauen" und dann "zur Sache übergehen". In den Zeiträumen, in denen die Geologie denkt, sind das eher periphäre Ereignisse. In der Zeit, in der wir Jetzt-Menschen leben, haben wir allerdings begonnen, die Lebensbedingungen für uns selbst und die direkt folgenden Generationen zu verschlechtern. Und dafür haben wir die Verantwortung! Die großen langfristigen Abläufe auf der Erde allerdings wird dies nicht sonderlich beeinflussen, alles ist nur ein in der Jetzt-Zeit von Menschenhand zusätzlich aufgepfropftes Problem.

So lehrt die Geologie vor allem Bescheidenheit! Die 10.000 Jahre seit dem Ende der letzten Eiszeit in unserer Region sind erdgeschichtlich vielleicht nur Bruchteile einer "Erdsekunde" der Lebensdauer unseres Planeten. Gleichzeitig umfassen sie aber alle wirklich bedeutsamen kulturellen und geschichtlichen Ereignisse des "Homo Sapiens". Wieviele Jahre werden unserer Spezies darüber hinaus noch vergönnt sein? Bei den atemberaubenden Veränderungen allein der letzten 100 Jahre, kaum mehr als drei Generationen übergreifend, ist im Vergleich dazu die Perspektive der Geologie unglaublich behäbig und zeitraubend - aber nachhaltig und unbeirrbar!

Nicht von ungefähr ist mir heute zufällig (!?) in der Bibliothek ein Buch in die Hände geraten, dessen Fragestellung genau hier anschließt. Wie könnte die Erde den Verlust der Menschheit "verkraften"? In seinem preisgekrönten Sachbuch "Die Welt ohne uns" stellt der Amerikaner Alan Weisman Hypothesen auf, wie die Natur sich ihr Terrain zurückholen würde:

nach 2 Tagen: Ohne Pumpen werden New Yorks U-Bahn-Schächte überflutet

nach 1 Jahr: Auf den Straßen wachsen Blumen, der Asphalt bricht auf. Kletterpflanzen und Tiere erobern die Städte

nach 10 Jahren: Holzbauten stürzen ein. In Hausdächern entstehen Löcher. Ein Wohnhaus hält 50, bestenfalls 100 Jahre.

nach 100 Jahren: Ohne den Elfenbeinhandel wächst die Zahl der verbliebenen 500 000 Elefanten auf das Zwanzigfache an. Die Populationen kleiner Raubtiere - Marder, Wiesel und Füchse - verringern sich infolge der Konkurrenz verwildeter Hauskatzen.

nach 300 Jahren: Brücken stürzen ein. Weltweit sind Deiche und Dämme durchweicht, überflutet oder gebrochen. Großstädte in Flussdeltas und Küstennähe, wie Hamburg, Amsterdam, Venedig, Houston oder Buenos Aires werden weggewaschen.

nach 500 Jahren: Wo früher Vorstädte standen, wachsen Wälder. Zwischen den Bäumen, halb verborgen vom sprießenden Unterholz, liegen die Aluminiumteile von Geschirrspülern und Edelstahltöpfe.

nach mehreren 1 000 Jahren: Die Mauern, die in New York City und anderen Städten noch stehen, werden von Gletscherzungen überdeckt. Intakt sind nur noch die Bauwerke, die tief unter der Erde angelegt wurden, beispielweise der Eurotunnel zwischen Calais und Dover.

nach 100 000 Jahren: CO2 erreicht wieder die gleiche Konzentration wie in frühgeschichtlichen Zeiten.

(Zitierte Auswahl aus der Zeitleiste "Was passiert, wenn die Menschen von der Erde verschwinden" am Ende des Buches von Alan Weisman: Die Welt ohne uns. Reise über eine unbevölkerte Erde. - München: Piper 2009. [= Serie Piper Bd. 5305].)

Sonntag, 11. April 2010

Die Flut der Ereignisse am 8. April 2010

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[Ein Beitrag, den ich von meiner Reise mitgebracht habe und erst heute ins Netz stellen kann.]

Heute habe ich ausführlich ferngesehen, nicht nur die Tagesschau, sondern daneben auch das Magazin „Kontraste“ und die Tagesthemen. Es hat schon etwas von Selbstschutz, dass ich sonst eher nur Zeitung lese. Die Fülle der Informationen ist enorm. Die Bilder ziehen vorbei, und ich habe nicht die Chance, noch einmal in Ruhe alles nachzulesen. Dabei geschieht höchst Aufregendes. Ich will hier nur kurz auf drei völlig unterschiedliche Themenbereiche eingehen:

1. In „Kontraste“ wurde noch einmal der Skandal um die Berliner „Treberhilfe“ aufgerollt und die offensichtlich nicht greifenden öffentlichen Kontrollen, die es erst ermöglicht haben, dass sich Geschäftführer und Verein anscheinend maßlos an öffentlichen Hilfsgeldern bereichern konnten. Höchste Alarmstufe für alle gemeinnützigen Projekte und Einrichtungen, die in den Sog dieses Vorgangs geraten könnten! Denn ihr guter Ruf war bisher eines ihrer besten Argumente und Arbeitsmittel. Es steht viel auf dem Spiel! Das ganze Subsidiaritätsprinzip, durch das der Staat bisher die Arbeit in sozialen Brennpunkten an freie Träger weitergegeben hat, kommt durch solche Vorkommnisse in ein schlechtes Licht. „Raffke im Sozialbereich“, das ist eine für mich neue Erscheinung! Zu Harald Ehlers, dem bisherigen Leiter der Treberhilfe, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal einen kurzen blog schreiben.

2. Ebenfalls in „Kontraste“ wurde ein Filmbericht über einen Mann gezeigt, der als Kind in einem „Spezialheim“ der DDR zwangsuntergebracht war und knastähnliche Zustände und Gewalt erleiden musste. Er kämpft um seine Rehabilitation und Wiedergutmachungsleistungen. Nach Vorkommnissen in kirchlichen Heimen in Westdeutschland nach dem Krieg, den unsäglichen Ereignissen um katholische Geistliche mit täglichen Neuigkeiten über sexuelle Übergriffe in Deutschland und aller Welt, den Skandalen an der Odenwaldschule taucht nun ein neues Minenfeld der Vergangenheit auf, das noch nicht geräumt worden ist… Welche weiteren werden noch folgen?

3. Ein völlig anderes Thema, gesendet in den Tagesthemen, wahrscheinlich mit noch viel größerer Brisanz, das aber ebenfalls mit geleugneter Wahrheit zu tun hat, mit großem Leid und viel verdrängter Schuld: Der Völkermord an den Armeniern am Ende des 1. Weltkriegs, der offenbar für die Türkei als Nachfolgestaat des untergegangenen Osmanischen Reiches immer noch „ans Eingemachte“ geht, denn warum können sich die dortigen Regierenden nicht zu einer versöhnlicheren Haltung verstehen? Kein Historiker wird mehr die Zahl der Toten in Frage stellen. Es gab Befehle, die den Ereignissen zugrunde lagen. Was soll das Leugnen? Und das 90 Jahre nach den Ereignissen! Ein schwärende Wunde, die so nicht heilen kann und den Frieden miteinander zwischen den betroffenen Völkerschaften auch in Zukunft immer noch in Frage stellt. Warum? Es übersteigt mein Verstehen. Eines habe ich allerdings nach der heutigen Sendung besser verstanden: Auch die Deutschen waren beteiligt, denn die Oberste Heeresleitung des Kaiserreiches stützte ihren osmanischen Verbündeten bedingungslos, um ihn „bei der Stange zu halten“. Aber nach allen Ereignissen der Zeitgeschichte ist es heutzutage für Deutsche offensichtlich einfacher, auch zu weiterer Schuld (durch unterlassene Hilfeleistung und Kritik) zu stehen, makaber, aber wahr. Immerhin ein Lernprozess. [Dies war ein Beitrag aus den Tagesthemen, verbunden mit dem Hinweis auf eine Fernsehdokumentation vom 9.4., die allerdings erst zu mitternächtlicher Stunde gezeigt werden sollte.]

Riesenspielzeuge der Könige

.Fett

Über Ostern haben wir einen Verwandtenbesuch in Dresden gemacht, jetzt bin ich ein paar Tage allein in Potsdam, „familienfrei“, eine wundervolle Verabredung! [Der Text erstand am 7.4.2010.]


In beiden Residenzstädten ein ähnliches Bild: es gibt eindrucksvolle Bauwerke der damaligen Herrscher, auch wenn Potsdam als Stadt nur „ein Zwerg“ im Vergleich zu Dresden ist. Innen dazu ein wunderbares Interieur: prunkvoll, pathetisch, verspielt, immer kunstvoll im Stil der jeweiligen Zeit – und ohne Ausnahme sündhaft teuer!


Ich bin hin- und her gerissen zwischen zwei Eindrücken: Die Potentaten der damaligen Zeit haben ihre Untertanen ausgepresst, um all das finanzieren zu können – gleichzeitig wäre viel an Kulturgütern nicht entstanden, wenn sie nicht so verschwenderisch gewesen wären.


Und davon profitieren dann auch wir Nachgeborenen – Nachfolger all jener, die seinerzeit die Kärrnerarbeit leisten mussten. Denn „Kammerdiener“ und „Zofe“ wäre schon eine hohe Karriere für meine Familie unter Friedrich II. gewesen, eher noch wäre ich wohl in einer seiner vielen Schlachten als Grenadier ums Leben gekommen … Mit dem Blut ihrer Untertanen gingen die Despoten der damaligen Zeit ja sehr freizügig um. Mehrere 100.000 Brandenburger sind wohl in den Eroberungskriegen Friedrichs II. durch Kriegsfolgen ums Leben gekommen.


Aber früher waren die Menschen ja so stolz auf den Zuwachs an Geltung und Ruhm für Preußen – angesichts der sonstigen Kleinstaaterei in Deutschen Landen -, dass sie ihm sogar den Ehrentitel „der Große“ verpassten und ihn zum sich in Sorge um seine Untertanen verzehrenden Landesvater hochstilisierten. Ob er wenigstens manchmal Alpträume von seinen gefallenen Soldaten hatte?

Dienstag, 13. Oktober 2009

Monster, Retter und Mediokritäten

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Das ist der Untertitel des Buches von

Hans-Peter Schwarz: Das Gesicht des Jahrhunderts. Monster, Retter und Mediokritäten. – München: Wilhelm Goldmann Vlg. 2001 . (= Goldmann Tb. 15087).

Von meinem vorletzten blog-Eintrag ist es nur ein kurzer Schritt zu diesem monumentalen Buch, in dem der Verfasser viele hochberühmte aber z.T. auch sehr berüchtigte Staatsmänner des 20. Jahrhunderts vorstellt (fast - aber nicht ganz - ausnahmslos Männer). Enorm, welchen Überblick er hat und welche Faktenfülle er bewältigt!

In Klappentexten wird das jeweilige inseitige Buch gerühmt, sie sind damit zumeist keine objektive Rezension. Aber bei diesem Buch, in dem ich von Zeit zu Zeit immer wieder einmal lese, finde ich das Lob angemessen! Ich zitiere:

Hans-Peter Schwarz zieht in seinem Opus magnum seine Bilanz des 20. Jahrhunderts. Ein Zeitalter wird besichtigt, in dem herausragende Charaktere die gewohnte Ordnung zerstörten und der Weltgeschichte eine neue Richtung gaben: „Monster“ wie Hitler und Stalin, „Retter“ wie Roosevelt und de Gaulle, „große Ruinierer“ wie Nikolaus II. und Wilhelm II., Freiheitskämpfer wie Gandhi und Mandela. Zum ersten Mal tritt in dieser Portraitgalerie des bekannten Historikers das vergangene Jahrhundert als Ganzes ins Blickfeld.

Ich möchte eingangs dem Vorwurf entgegenwirken, ich würde Faschismus und Kommunismus „in einen Topf“ werfen, wenn hier Hitler neben Stalin steht. Eine hirnlosere und menschenverachtendere Ideologie und Praxis als im Wirken von Adolf Hitler kann ich mir nicht vorstellen! Das ist unüberbietbar und in Idee und Ausmaß des Holocaust ein (hoffentlich) einmaliges Ereignis der Weltgeschichte, auch wenn es immer wieder „Nachfolgertaten“ im Hinblick auf Völkermorde gibt. Aber wegen ihrer Kaltherzigkeit und Brutalität im Umgang mit der eigenen Bevölkerung führt kein Weg daran vorbei, neben Hitler auch Lenin, Stalin, Mao und Pol Pot zu den großen Schlächtern des 20. Jahrhunderts zu zählen. Da ihre Taten bewusst geplant waren und sie das Leid der Bevölkerung billigend in Kauf genommen oder sogar absichtlich herbeigeführt haben, kann man sie also auch als „Mörder“ bezeichnen.

Immerhin sind alle diese kommunistischen Führer einmal von Grundideen ausgegangen, die schon viele freiheitlich gesinnte Menschen auf dieser Erde fasziniert haben und weiterhin faszinieren: eine sozialistische Gesellschaft und eine marxistische Gesellschaftstheorie dazu. Nur was haben sie und ihre Nachfolger daraus gemacht? Heutige Vertreter des Sozialismus müssen wieder sehr mühsam um das Renommee ihrer Vorstellungen kämpfen, nachdem die Altvorderen des „Realen Sozialismus“ 1989 alles heruntergewirtschaftet hatten.

Aber ich wollte ja von Stalin, Lenin und Mao reden, die eine völlig andere Dimension darstellen! Allein schon die Wucht ihrer Namen! Nach meinen Kenntnissen marxistischer Geschichtsauffassung war es immer das Volk, die Masse „kleiner Leute“, die durch ihre Arbeit erst die großen Leistungen ermöglicht hat, die dann schließlich in der „bürgerlichen Geschichtsschreibung“ irgendwelchen Potentaten zugeschrieben wurden. Also ein Geschichtsverständnis von der Basis her, nicht von den abgehobenen Führungsspitzen. Aber kaum ein Kaiser oder König hat sich jemals mehr in den Vordergrund gedrängt als diese kommunistischen Über-Kaiser. Sie haben sich in ihrer Herrschaft absolut über alle anderen hinweg gesetzt und alle vernichtet, die ihnen diese Position streitig machen wollten. (M.E. ist diese Personifizierung der erste Verrat an der Theorie …)

Da sie außerdem offenbar absolut autoritäre Persönlichkeiten waren, maßten sie sich das Recht an, „im Besitz der Wahrheit“ zu sein und von diesem Verständnis her ihre Bevölkerungen um jeden Preis umerziehen und das Leben aller völlig umgestalten zu dürfen, egal, wie viele Menschenleben das forderte. (Ein Verrat an den allgemeinen Menschenrechten und an Mitmenschlichkeit)

Die „Proletarier“ bei Marx, die die bürgerliche Welt überwinden sollten, waren Fabrikarbeiter. Die Umwälzungen, die er voraussah, waren dadurch von einem bestimmten Niveau der Produktionsbedingungen abhängig. Im Chaos der Zustände in Russland nach dem I. und in China nach dem II. Weltkrieg war der Nährboden auch so bereitet für revolutionäre Umwälzungen, aber die Proletarier in diesen Ländern waren Bauern, keine Arbeiter. Die mussten sich Stalin und Mao erst noch „heranzüchten“ durch den nachträglichen Aufbau der Schwerindustrie. Die bäuerliche Bevölkerung hat dafür geblutet, viele Millionen der Landbevölkerung sind in Russland und China bei den „Umstrukturierungen“ des Systems elendig verhungert, ohne dass es die „neuen Zaren“ bekümmert hätte. (Ist das nicht auch ein weiterer Verrat an der ursprünglichen marxistischen Theorie, vom gefühllosen Umgang mit Menschenleben ganz zu schweigen?)

Nach meinen Informationen war der marxistische Ansatz von der Theorie her außerdem immer streng atheistisch. „Religion ist Opium für das Volk“, diese eindeutige Aussage habe ich mir als Kernzitat von Karl Marx gemerkt. Dies hat Lenin, Stalin und Mao (oder ihre Apologeten) jedoch nicht davon abgehalten, einen ungeheuren Personenkult um diese Führer zu veranstalten, der quasi religiöse Züge annahm. Ich erinnere mich noch an einen Bericht von Alberto Moravia „Eine russische Reise“, in dem er von seinen Erlebnissen im Lenin-Stalin-Mausoleum auf dem Roten Platz in Moskau berichtete. Einbalsamiert wie die Pharaonen (die sich für göttlich hielten), aber der öffentlichen Besichtigung und andächtiger Verehrung freigegeben, ruhten dort für Jahrzehnte die Ahnväter des Marxismus-Leninismus. Reliquien einer mittlerweile vergangenen Zeit! Da waren Kaiser und Könige früher bescheidener, aber sie wären wahrscheinlich sonst auch vom Papst gebannt worden … Diese Zeiten des Toten-Kults sind wohl nach den Umwälzungen in Russland vorbei, haben aber Jahrzehnte „den Ton angegeben“, m. E. ein weiterer Verrat an der religionskritischen Grundhaltung der marxistischen Theorie.

Je mehr ich darüber nachdenke, um so stärker wird mir bewusst, das ich im Kern offenbar ein Fundamentalist bin, der sich über jegliche Form von „doppelter Moral“ und den Verrat eigener Grundsätze aufregt, sei es bei Politikern, Wissenschaftlern, religiösen Führern, Autoren, Menschen, die durch Amt und Würden oder wirtschaftliche Macht Einfluss auf andere haben. Diese Brüche sind allerdings wahrscheinlich irgendwie auch sehr menschlich und schmälern nicht automatisch die Leistung großer Persönlichkeiten. (Wenn man Biographien berühmter Menschen liest, hatten die meisten von ihnen auch irgendwelche „Macken“ und Brüche in ihrem Lebenslauf.) Bewusst aber Derartiges in diesem Ausmaß in Kauf zu nehmen und daraus ein Machtmittel zur eigenen Gewalt-Ausübung zu machen, empfinde ich als unverzeihliche Sünde gegen Menschlichkeit und intellektuelle Redlichkeit, die – gegen alle Legendenbildungen – zum unverzichtbaren Ruf dieser Personen für alle Zeiten gehören sollte, so wie Hitler den Titel eines monströsen Ungeheuers verdient hat.

Es ist natürlich einfach, sich – rückwärts gerichtet – mit solchen „kräftigen Worten" Erleichterung zu verschaffen und seinen Zorn auszudrücken. („Mögen sie ewig in der Hölle schmoren“ … nicht sehr christlich, aber vielleicht menschlich.) Das wirklich beängstigende Phänomen ist aber eigentlich ein anderes, das immer wiederkehren kann, während diese Darstellung nur Vergangenes berührt: Diese monströsen Herrscher konnten ja nur ihre Taten begehen, nachdem sie durch eine breite bis riesige Unterstützung in der Bevölkerung an ihre Posten gelangt waren. Und später hatten sie Heerscharen von Schergen, die willig ihre menschenverachtenden Befehle ausgeführt haben. D.h. sehr, sehr viele Menschen waren Mitwisser, Unterstützer und willige Helfer! Wie leicht lassen sich Menschen verführen! Wie wenig kritisch stehen sie Führerpersönlichkeiten, die vielleicht auch noch mit einem hohen Charisma ausgestattet sind, gegenüber! Bin ich selbst gegen Derartiges gefeit? Der Blickwinkel rückwärts erleichtert eine kritische Einordnung der Ereignisse. Sind wir aber alle auch kritisch genug, um gegenwärtige Ereignisse und Zukünftiges ebenfalls angemessen zu hinterfragen und Schlüsse daraus zu ziehen?

Freitag, 24. Juli 2009

"Zerrissene Herzen" -- Die Geschichte der Juden in Deutschland




„Zerrissene Herzen“ – so nannten Ingke Brodersen und Rüdiger Dammann ihre „Geschichte der Juden in Deutschland“. Erschienen ist dieses Buch bei S.Fischer in Frankfurt a. M. 2006.


Sein besonderes Gepräge bekommt das Buch durch die zahlreichen Zeichnungen (!) von Klaus Ensikat, alle in einer hellen Farbgebung, dazu in roter Schrift Zwischentexte mit speziellen Erläuterungen. Aber keinerlei Fotos, wie sonst üblicherweise in Geschichtsbüchern Gang und Gebe.


Dies Buch will aber auch offensichtlich keine Dokumentation sein, sondern erzählt die (Leidens)Geschichte der Juden in Deutschland anhand der Lebens- und Wirkungsgeschichte ausgewählter Vertreter, die deutschen Geist und deutsche Kultur in einem unverhältnismäßig hohem Maße mitgeprägt haben. „Unverhältnismäßig“ empfinde ich es in dem Sinne, dass in dieser – gemessen an der Gesamtzahl der Bevölkerung – doch eher kleinen Personengruppe eine ungewöhnliche Konzentration von geistigen Koryphäen und tatkräftigen und erfolgreichen Persönlichkeiten in Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft zu beobachten ist. (Im Buch wird dies zwar nicht thematisiert, es ist aber halt „mein Spezialgebiet“: die gesamte Tiefenpsychologie hätte sich ohne ihre jüdischen Vertreter nicht entwickeln können, ich nenne nur ganz knapp S.Freud, A.Adler, E.Fromm und manche andere …).


Vom Aufbau des Buches und vom angegebenen „Vorleben“ der Autoren her wäre es denkbar, dass dieses Buch ursprünglich für jugendliche Leser verfasst wurde. Erwähnt wird es allerdings an keiner Stelle im Buch. Für mich ist dies aber keine Kritik, sondern eher ein großes Lob! Denn Bücher für diesen Personenkreis erfordern eine besondere Prägnanz und eine klare, verständliche Sprache. Alles das finde ich in diesem Buch wieder. So etwas hilft mir sehr, mich in bisher unbekannte Sachverhalte gut einzufinden und sie besser zu verstehen! Ganz anders als bei jener komplizierten „Gelehrsamkeit“, die mich bei manchen Fachbüchern erschreckt und vom weiteren Lesen abhält. (Auch Psychologen können auf dieser Ebene sehr sündigen …)


Meine Empfehlung: Unbedingt lesen!!

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Zwei Anmerkungen zur Veränderung meines Geschichtsbildes, z.T. aufgrund der Lektüre dieses Buches:


Schon seit längerem ist meine Bewertung von Friedrich II., dem Preußenkönig, ins Wanken geraten. Immerhin kann ich in ihm nur noch den „Schlächter“ seiner Untertanen sehen, denn in den von ihm angezettelten Kriegen sind mehrere Hunderttausend Soldaten und Zivilisten allein in Preußen gestorben, die er seiner „Glorie“ geopfert hat, auch wenn Derartiges unter den Herrschern damals „Zeitgeistcharakter“ hatte. Und seine geistige Freizügigkeit hatte auch ihre Grenzen. Den Juden in seinem Reich z.B. verweigerte er alle Rechte, ließ sie misstrauisch beobachten und gewährte nur einigen besonders Erfolgreichen „gegen Bares“ weitergehende Privilegien. Von wegen „nach seiner Facon selig werden“!

(Dieser Sachverhalt wird im Buch auf S. 84/85 dargestellt.)


Auch einige seiner Nachfolger stemmten sich gegen eine Gleichstellung der Juden, wie sie sich zunächst nach der Niederlage gegen Napoleon und die dadurch notwendigen Reformen in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts angebahnt hatte, insbesondere der reaktionäre Friedrich Wilhelm IV. (Im Buch in den oben anschließenden Kapiteln genauer dargestellt.)


Viel weniger hatte ich allerdings bisher über Martin Luther gewusst. Ein wahrer Judenhasser!!


Ich zitiere dafür aus dem Buch:


„In seiner 1543 veröffentlichten Schmähschrift ‚Von den Jüden und ihren Lügen’ erhob der Mönch Martin Luther die antijüdische Stimmung zum Programm: Die Synagogen seien in Brand zu setzen, die Häuser der Juden zu zerstören; ihre heiligen Bücher seien ihnen fortzunehmen, ihren Rabbinern solle jedweder Unterricht bei Todesstrafe verboten werden; jede Geschäftstätigkeit sei ihnen zu untersagen und aller Besitz abzunehmen. Am besten wäre es, sie ganz aus dem Land zu jagen. Viele Juden, die in Luther anfangs einen Hoffnungsträger gesehen hatten, waren bestürzt […].“ (S. 66)


Und als zweite Belegstelle:


„Martin Luther schrieb nicht nur judenfeindliche Bücher, er machte auch Politik. So überzeugte er den Kurfürsten von Sachsen, die Juden aus seinem Territorium zu vertreiben. Als Josel von Rosheim [ein damals hoch angesehener jüdischer Repräsentant, J.L.] davon erfährt, reist er 1537 nach Wittenberg, um den Reformator zur Rede zu stellen. Doch Luther will ihn erst gar nicht sehen und schreibt ihm in einem Brief unmissverständlich: Die Juden sollen gefälligst zum Christentum übertreten, ‚wo aber nicht, so sollen wir sie auch bey uns nicht dulden noch leiden’. Mit dieser unversöhnlichen Haltung hat der Reformator die judenfeindliche Tradition des Mittelalters in die Neuzeit und in den Protestantismus hinübergetragen.“ (S. 67)


Um es sehr freundlich auszudrücken: Neben seiner Leistung als Auslöser der Reformation war Luther in anderen Fragen des realen sozialen Lebens offensichtlich kein großer Geist, denn auch bei den ausbrechenden gewaltigen sozialen Spannungen im Bauernkrieg hat er keine besonders rühmliche Rolle gespielt und auf weltlichen Ebenen lieber alles beim Alten gelassen …