Sonntag, 31. Januar 2010

Mein Motto für den Monat Februar 2010

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Das Wenige,
das du tun kannst,
ist viel.

Albert Schweitzer

Gefunden in der neuesten Ausgabe des Publik-Forums (Nr. 2/2010 v. 29.1.10) unter der Rubrik "Schlussstein".

Mittwoch, 27. Januar 2010

Lieblingszitate C

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Ein Jubiläum! Das 100. Zitat, das ich unter dieser Rubrik auf meinen blog setze! Welches ist dieses Platzes „würdig“? Eine eher unsinnige Frage, weil ich alle Vorangegangenen ebenfalls „würdig“ finde. Ich habe mich dann für die folgende Aussage von Bertrand Russell entschieden, weil ich sie mir schon vor langer Zeit aufgeschrieben habe. Russell war damals ein wichtiger Vordenker für mich, um mir meine Position gegenüber dem Christentum und Religion überhaupt klar zu machen und hat mich in der Ansicht verstärkt, dass auch alles „nur“ Diesseitige sehr wertvoll und lebenswert sein kann. Ihm gebührt ein Ehrenplatz!



Das Glück ist wahr, auch dann, wenn es ein Ende finden muss, und auch das Denken und die Liebe verlieren nicht ihren Wert, weil sie nicht ewig währen.


Bertrand Russell


Aus: Bertrand Russell: Woran ich glaube. – In: Bertrand Russell: Warum ich kein Christ bin. Rororo 1019/1020. S. 57 – 93. Zitat S. 62.

[In meiner Sammlung seit dem 31.12.1976.]

Dienstag, 26. Januar 2010

Lieblingszitate LXXXXIX

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Ob ich die römische Zahl für "99" richtig geschrieben habe? Sei's drum, das Zitat ist dafür sehr schön und hat vor längerer Zeit schon einmal in einer früheren Wohnung von mir als Wandspruch gedient! Ein Ansporn!

Gott tut mit uns wie wir mit Fackeln tun;
Sie leuchten nicht für sich. Wenn unsre Tugend
Nicht aus uns tritt, dann ist es grad so gut
Als hätten wir sie nicht.

Shakespeare, "Maß für Maß"

[In meiner Sammlung seit dem 26.5.1980.]

Die Zocker sollen zahlen!

Klientel- statt Konjunkturpaket.

Lange habe ich mich nicht mehr zu politischen Themen geäußert. Dabei gibt es genug Veranlassung dafür! Das Thema „Krise“ und „Krisenkosten“ ist in der Öffentlichkeit anscheinend vom Tisch, offiziell regt sich - jedenfalls wie es für mich erkennbar wäre -niemand mehr darüber auf und entsprechend geschieht auch nichts, um künftigen Finanzkrächen vorzubeugen. Im Klartext: Im „Casino“ wird wieder kräftig Geld verdient und die Allgemeinheit hat nichts davon, sie darf nur demnächst die Kosten der Bankenrettung abstottern! Empörend!


Ver.di legt aber wieder den Finger in diese nicht wirklich verheilte Wunde. Ich übertrage im Folgenden den Text von „ver.di. Wirtschaftspolitik aktuell. Nr. 2, Januar 2010“ (http://wipo.verdi.dewirtschaftspolitik@verdi.de) auf meinen blog!



Die Zocker sollen zahlen!


„Es gibt nichts zu verteilen“ meint Innenminister de Maizière zum Auftakt der Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Die Forderungen der Gewerkschaften seien „maßlos“. Bankenrettung und Krise treiben die Verschuldung des Staates in Rekordhöhen. Gleichzeitig machen Banken und ihre Manager schon wieder richtig Kasse. Etwa die Deutsche Bank: 1,4 Milliarden Euro allein im 3. Quartal 2009.


Obama will „jeden Cent eintreiben, den die Banken den Steuerzahlern schulden“. Er will die „riesigen Gewinne und obszönen Boni“ mit einer Sonderabgabe belegen. Auch die Briten und die Franzosen wollen eine Sondersteuer auf Bonuszahlungen für Bankmanager.


Und die deutsche Regierung? Die hält sich vornehm zurück. Gleichzeitig kündigt Finanzminister Schäuble harte Einschnitte und Kürzungsmaßnahmen ab 2011 an.Zu unseren Lasten! Die CDU verlautbart zwar, sie sei für eine Finanztransaktionssteuer. Aber nur weltweit. Bisher sträuben sich die USA dagegen. So kann man folgenlos dafür sein.


Es muss Schluss sein mit diesen Ausreden. Wir brauchen Taten statt Worte. Die Banken sollen das Geld zurückzahlen, mit dem sie gerettet wurden. Mit höheren Steuern auf Bankengewinne, Managergehälter, Boni und einer Finanztransaktionsteuer. Das Casino muss geschlossen werden.

Wir Internet-Süchtige

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Eva Tenzer hat in der aktuellen Ausgabe von Psychologie Heute (Januar 2010) einen Artikel unter dem Titel „Permanent online: Wie die neuen Medien das Leben verändern“ (S. 32 – 36) veröffentlicht, in dem sie Vorzüge, vor allem aber auch Gefahren der immer rasanter anwachsenden Internetnutzung darstellt. Ist unser Gehirn überhaupt für eine solche Datenflut gebaut? Welche sozialen Konsequenzen haben die neuen Internetdienste wie „Twitter“ und „Facebook“ und all die anderen Möglichkeiten? Sie hat die Meinungen einiger Koryphäen zusammengetragen und mit dem Psychotherapeuten Götz Mundle ein Interview geführt. Ich zitiere hier einige Stellen, in denen mir die aufscheinenden Probleme besonders gut dargestellt erscheinen:


- Was da auf allen Diensten an uns herangetragen wird, ist eine gewaltige Datenmenge: „Die Crux an der Sache: Um die Rosinen herauszupicken, muss man sich durch eine Menge Datensalat hindurcharbeiten.“ (S. 33)

- Günter Weick und Wolfgang Schur verstehen die Attraktivität der Botschaften darin, dass sie eine Art „Steinzeitreflex“ aktivierten. „Neue Informationen, das hat uns die Evolution gelehrt, sind lebenswichtig. Wir können deshalb nicht anders, als beim Auftauchen einer neuen Nachricht den Eingangskanal automatisch ein- und alle anderen Prozesse auf Standby zu schalten.“ (S. 34)

- Alle Experten seien sich einig, dass das Gehirn Ruhepausen brauche, um Aufgaben optimal zu bewältigen. Werde man durch eingegangene Nachrichten ständig aus der aktuellen Tätigkeit gerissen, leide auf Dauer die Konzentration. (S. 34)

- Die dann eintretenden Auswirkungen benennt besonders Ernst Pöppel: „Wenn man kontinuierlich sozial vernetzt ist und sich keine Zeit mehr für sich selbst nimmt, zum eigenen Nachdenken, dann können sich keine kreativen Prozesse entfalten. Wir vernichten unsere kreativen Potenziale durch den Terror der Kommunikation“. (S. 34) Und: Ein echtes Multitasking könne es aufgrund unserer Hirnorganisation nicht geben. (S. 35)

- Noch schwerwiegender scheinen aber die sozialen Wirkungen zu sein, wenn Pöppel als Gefahr sieht, dass Nutzer zunehmend in einer virtuellen Welt leben, zu „funktionellen Autisten werden und nicht mehr in der Lage sind, in der Wirklichkeit einem Gegenüber in die Augen zu schauen. Der Verlust an empathischen Bezügen scheint mir durchaus möglich.“ So könne aus der Sicht von Sozialpsychologen das Internet niemals reale Beziehungen ersetzen, und es bestehe die Gefahr, dass mancher Nutzer dauerhaft in einer Pseudowelt lebe. (S. 35)

- Diese Befürchtung wird noch verstärkt durch die folgende Äußerung von Gerald Hüther: “Wenn jemand ständig im virtuellen Raum kommuniziert, hat es offenbar mit den realen Beziehungen nicht geklappt. Jemand, der drei gute Freunde hat und täglich sieht, braucht keine Internetplattformen.“ (S.35)


Im Folgenden zitiere ich jetzt die Kernaussagen von Götz Mundle aus dem abschließenden Interview, das vieles noch einmal „auf den Punkt“ bringt (alles S. 36):


- Grundsätzlich bieten sie [die neuen Internetplattformen, J.L.] hervorragende Möglichkeiten, sich zu vernetzen. Wie bei jeder neuen Technik liegt die Gefahr im exzessiven Umgang. Wir bemerken, dass im Onlinezeitalter viele Menschen die Fähigkeit verlernt haben, geistig und seelisch offline zu gehen, also abzuschalten, sich zu besinnen und die Seele baumeln zu lassen.

- Seelische Gesundheit entsteht nicht durch das Immermehr, sondern eher durch das bewusste Immerweniger. Aber das haben viele Daueronliner verlernt.

- Süchtiges Verhalten ist oft eine Kompensation für den Mangel an Verbundenheit mit anderen und sich selbst. Manche Menschen stürzen sich in das mediale Dauerfeuer, um persönliche Probleme zu verdrängen. Statt auf ihre innere Stimme und Warnsignale ihres Körpers zu hören, betäuben sie sich. In der Therapie stellen wir fest, dass die Antworten und Lösungen in den Patienten verborgen liegen, jedoch ganz häufig mit Müll aus dem Internet zugeschüttet sind.

- Die neuen Medien erfordern neue Wege des Stressmanagements und der Entspannung: geistigen Leerlauf, Übungen der Stille, Zeiten der Kontemplation. Wer online sein möchte, muss auch aktiv offline gehen können. Hierfür sind aktive Innenschau und die Kommunikation mit den eigenen Bildern notwendig.

- Künftige Generationen werden sicher einen noch unverkrampfteren Umgang mit den neuen Medien haben. Dennoch: Notwendig wird die Fähigkeit sein, auch ohne diese Medien leben zu können. Allerdings wird die Geschwindigkeit eher noch zunehmen, der Arbeitsstress weiter steigen. Die Zahl derjenigen, die da nicht mehr mithalten können, nimmt zu. Das macht es umso wichtiger, diese Fähigkeiten zu trainieren.


Eva Tenzer hat dies sehr ernst genommen und deshalb ihrem Artikel fünf „Strategien gegen den Infostress“ beigefügt (S. 34). Wer sie lesen möchte, möge sich den ganzen sehr instruktiven Artikel im Original beschaffen. Es lohnt sich!

Montag, 25. Januar 2010

Lieblingszitate LXXXXVIII

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Ein schönes Zitat zum Wochenbeginn!



Bücher lesen, heißt wandern gehen

in ferne Welten,

aus den Stuben, über die Sterne.


Jean Paul


Gefunden in: Kurt Franz: Lesen macht stark. dtv junior 7919.


(In meiner Sammlung seit dem 10.11.1980.)

Mittwoch, 20. Januar 2010

Lieblingszitate LXXXXVII

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Meine neueste „Lesefrucht“, frisch gepflückt!



Leben ist jetzt


Die Kunst des Älterwerdens


Älter werden wir von alleine. Zu wissen, wie man auf gute Weise älter wird, das ist eines der schwierigsten Kapitel der Lebenskunst. Aber wir können es lernen. Darum geht es: Das Leben nicht auf später verschieben, sondern das tun, was jetzt ansteht. Gelassenheit entwickeln im Vertrauen darauf, was man schon alles bewältigt hat. Dunkle Seiten akzeptieren lernen. Die hellen Seiten genießen. Sich in Dankbarkeit einüben.


Die Kunst des Lebens besteht darin, sich dem inneren Wandlungsprozess des Lebens zu überlassen. In dieser Kunst können wir uns jeden Tag üben. Leib und Seele sind wichtig, Beziehungen, aber auch Sinnfragen. Der Blick auf das Alter verschärft nur die Fragen, die eigentlich für das ganze Leben gelten. Leben ist jetzt. Und wir leben ja schließlich nicht, um jung zu bleiben, sondern um alt zu werden.


Gefunden als Klappentext von: Anselm Grün: Leben ist jetzt. Die Kunst des Älterwerdens. – Freiburg u. a.: Herder 2009.