. Ein Zitat mit Wärme, allerdings bei einer sehr pessimistischen Betrachtung der Welt als solcher! Beim positiven Teil des Zitats denke ich sogar, dass Jean Paul die hilfreichen Wirkungen untertreibt: Eine derartige Wohltat am Beginn des Lebens wirkt sicherlich noch länger als nur die erste Hälfte …
Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben lang die kalte Welt aushalten.
JEAN PAUL
Eine zitierfähige Quellenangabe habe ich leider nicht. Dieses schöne Zitat schrieb mir eine besondere Schülerin aus meiner damaligen HEP 10 als Motto über ihre Examensklausur in Psychologie, was es damals als Fach noch gab. (Mittlerweile als eigenständiges Fach abgeschafft in einer großen Unterrichts-„Reform“ in Brandenburg, die für Fachschulen für Soziales alle pädagogisch-psychologischen Fächer in einen großen Brei zusammengerührt hat.) [In meiner Sammlung seit dem 28.6.2000]
. Im Augenblick bleibt mir wegen Krankheit in der Familie nur wenig Ruhe und Zeit, um Eigenes zu schreiben. So werde ich als nächste Beiträge nur einige „fertige“ Zitate ins Netz setzen, für mich eine „Arbeitsersparnis“, für meine Leser aber sicherlich kein Qualitätsverlust, denn mir gefallen diese Zitate sehr gut!
Ein moderner Klassiker, nicht nur für Kinder:
„Nein, Momo“, erwiderte Meister Hora, „diese Uhren sind nur eine Liebhaberei von mir. Sie sind nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren, wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen.“
MICHAEL ENDE
Aus: Michael Ende, Momo, Stuttgart 1973, S. 159. [in meiner Sammlung seit 1996]
. Die selbsternannten „Gurus“ und Klugschnacker beginnen, uns auf die zu erwartenden Ereignisse einzustimmen, wenn die Zeit der Wahlversprechen abgelaufen sein wird und die Parteien, die nach der Bundestagswahl höchstwahrscheinlich herrschen werden, eine „Medizin“ zur Genesung des Staatshaushaltes suchen. Klaus Zimmermann, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hatte schon eine glänzende Idee!
Ich las davon bereits in der BERLINER ZEITUNG v.29.5.09; ver.di war von diesem Vorschlag so erbost, dass von dieser Gewerkschaft noch zum Monatsende eine Rund-Mail erschienen ist, deren Wortlaut ich hier wiedergeben möchte:
25-Prozent-Skandal!
Jetzt reden die ersten Klartext: Wir sollen die Zeche für die Krise zahlen. Statt die Profiteure zur Kasse zu bitten, soll die Mehrwertsteuer von 19 auf sage und schreibe 25 Prozent erhöht werden. Das fordert der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Begründung: „Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen.“
Nur gibt es solche und solche Steuern. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer trifft aber gerade Gering- und Normalverdienende, Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner besonders stark. Ver.di fordert dagegen, dass Reiche und Vermögende für die Kosten der Krise aufkommen. Vor allem durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, mehr Erbschaftssteuer für große Vermögen, eine erhöhte Einkommensbesteuerung für Reiche und eine Finanztransaktionssteuer.
Das Konzept Steuergerechtigkeit von ver.di würde Mehreinnahmen von insgesamt 75 Milliarden Euro bringen. Fast doppelt soviel wie die drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer. Und es würden diejenigen für die Kosten der Krise zahlen, die seit Jahren Profiteure der Umverteilung von unten nach oben sind.
Es wird immer klarer, was uns nach der Wahl droht. Wenn wir uns nicht wehren!
Quelle: ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 10, Mai 2009, http://wipo.verdi.de
Solidarisch aus der Krise ist der Titel der neuenver.di- Broschüre mit den Untertiteln Zwei Millionen Arbeitsplätze und Profiteure zur Kasse.
Herausgegeben wurde sie vom Ressort für Wirtschaftspolitik, verantwortet von Michael Schlecht vom ver.di Bundesvorstand.
Ich zitiere aus dem Begleitschreiben, mit dem mir die Broschüre am 20.5.09 zugesandt wurde:
[ … ]
Die registrierte Arbeitslosigkeit droht im kommenden Jahr auf fünf Millionen anzusteigen. Hunderttausende sind schon jetzt in Kurzarbeit. Die Bundesregierung geht für das laufende Jahr von einem Wirtschaftseinbruch vonsechs Prozent aus – drei mal schlechter als es Anfang des Jahres erwartet wurde. Diese Wirtschaftskrise ist kein Konjunktureinbruch, bei dem es nach kurzer Zeit weitergehen kann wie bisher. Sie ist die schwerste Krise seit der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren.
Die Broschüre zeigt die tieferen Ursachen vonWeltwirtschafts- und Finanzkrise auf und stellt unsere Alternativen vor: Ein Umsteuern hin zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, die Beschäftigung sichert, gute Arbeit und eine lebenswerte Umwelt für alle ermöglicht.
[ … ]
Unsere Broschüren und weitere Informationen können auch im Internet unter www.wipo.verdi.de heruntergeladen werden.
. Nur eine relativ kleine Nachricht auf der Wirtschaftsseite des TAGESSPIEGELs am 29.5.2009:
Spekulanten treiben Benzinpreis
Super müsste bis zu zwölf Cent weniger kosten
[ … ]
Geringe Nachfrage weltweit, aber trotzdem steigt der Preis: „Das bedeutet, dass sich Spekulanten derzeit mit Öl- und sogar Benzin-Kontrakten eindecken“, sagt [der Rohstoffexperte] Elfert. „Ohne diesen Spekulationsfaktor müsste der Ölpreis nicht bei 62, sondern bei rund 50 Dollar liegen“, schätzt Elfert. Folglich müsse ein Liter Superbenzin mit allen Steuern und Abgaben rund 1,20 Euro kosten – etwa zehn bis zwölf Cent weniger als derzeit.
Klartext: Saftige Gewinne für Spekulanten! Bezahlt werden sie von allen Autofahrern und sonstigen Öl-Verbrauchern, also der Allgemeinheit. Wie vor der Krise, kein Bisschen anders! Es läuft wie geschmiert, ein wunderbares Rezept zum Absahnen, da auch weiterhin solche Märkte frei schalten und walten dürfen und nicht freiwillig jemals auf irgendetwas verzichten werden.
Ich habe länger über einen treffenden Namen für diesen Blog nachgedacht. Mein Blick auf die Welt im Zusammenhang mit meinem Älterwerden sollte das Thema sein. An "Methusalem" habe ich gedacht, habe diese Wahl dann aber verworfen. "Methusalem" erinnert mich an Menschen, die im höheren Alter ein von anderen bewundertes Leben führen und deren Meinung besonderes Gewicht genießt. Was ich aber tatsächlich erlebe, ist eher, dass sich derzeit technische Möglichkeiten, Wertvorstellungen und Lebensentwürfe in einem rasanten Tempo verändern. Ältere Wertvorstellungen, soziale Tugenden (jedenfalls das, was ich dafür halte) und Handlungsziele scheinen mir in Gefahr, vergessen zu werden. Da lag mir der eher wehmütige Vergleich mit den "Dinosauriern" nahe, einst herrschend auf der Erde, dann ausgestorben. Allerdings z.Zt. unter Kindern wieder modern, die in Ausstellungen staunend vor Gerippen und Rekonstruktionen stehen.
So will ich mit meinen Aufzeichnungen an Werte erinnern, die ich vor dem Verschwinden bewahren möchte, ein Aufbäumen mit sicherlich nur geringem Einfluss, aber vielleicht finde ich ja Gleichgesinnte und Mitstreiter!
Ich bin Jahrgang 1947.