Donnerstag, 13. Juni 2019

Papst Franziskus zur Problematik sozialer Medien

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Als "Satz des Tages" fand ich in der MOZ v. 11.6.19 folgendes Zitat:


Papst Franziskus, Oberhaupt der katholischen Kirche, beklagte in seiner Pfingstpredigt eine sich ausbreitende "Kultur der Beleidigung": 

 "Je mehr wir soziale Medien nutzten, desto weniger sozial verhalten wir uns."

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Dienstag, 11. Juni 2019

Mein Weltbild gerät ins Strudeln

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Z. Zt. erlebe ich häufiger, wie neue Entwicklungen und auch historische Forschungsergebnisse meine liebgewordenen Vorlieben und Einstellungen in Frage stellen und mich verunsichern, ob ich meine alten Meinungen beibehalten kann. Das kenne ich so von früher nicht! Da war ich eher stolz darauf, mir über meine nun doch schon umfangreiche Lebenszeit klare individuelle Vorstellungen erworben zu haben, was ich ethisch vertretbar, "gut" und "böse" finde, welche ästhetischen Vorstellungen mich leiten, wenn ich Kunstwerke betrachte, natürlich auch meine Bewertung von politischen Ereignissen.

Ein sehr ärgerliches Beispiel ist für mich dabei die augenblickliche Diskussion um "Antisemitismus" in Deutschland! Ich verurteile schärfstens alle übergriffigen Formen, die ihre bekannten rechtslastigen Ursachen haben. Wie sollte es anders sein, wo ich doch als Student auf drei Polenreisen immer wieder Auschwitz gesehen und niemals wieder die damaligen Bilder vergessen habe! Eine prägende Erfahrung für mein weiteres Leben! In den letzten Jahren beeindruckten mich aber besonders Initiativen in Israel, die  die Verständigung zwischen Israelis und Palästinensern suchen, z.B. eine Gruppe, die - von beiden Seiten - Todesopfer in den dortigen Auseinandersetzungen zu beklagen hat.  Friedensarbeit im Gegensatz zur aggressiven offiziellen Siedlungspolitik! Wer aber solche Initiativen unterstützt und Kritik an der augenblicklichen ultrarechten Politik Israels formuliert, gerät z.Zt. in die Schusslinie in Deutschland, nämlich in den Verdacht, ein "Antisemit" zu sein. Eine beschämende Entwicklung! Vielleicht werde ich dazu noch mehr schreiben.

Ganz anders und ein wirkliches Problem ist für mich dagegen, was jetzt über den Maler Emil Nolde bekannt geworden ist. Es steht jetzt wohl fest, dass er wirklich ein Antisemit und glühender Hitler-Anhänger gewesen ist, ganz im Gegensatz zu allen  früheren Bewertungen, die ihn eher als verfehmten Maler mit Malverbot in der NS-Zeit dargestellt haben. Ich habe immer seine Bilder mit ihren rauschhaften Farben oder wunderbaren Blumen geliebt und bin mehr als einmal nach Seebüll "gewallfahrtet". Das soll nun alles falsch sein!? Seine Nähe zum Naziregime finde ich verwerflich - aber was mache ich mit den Bildern, die mir immer sehr viel bedeutet haben? Die Einheit von Werk und Schöpfer ist für mich in diesem Fall zusammengebrochen. Muss aber mein ästhetisches Empfinden darunter leiden?  Und alle Seh-Erfahrungen mit Noldes Bildern? Das finde ich eine komplizierte Fragestellung.

(Ich beziehe mich hier auf den Artikel von Tobias Timm in der ZEIT 15/2019 mit dem Titel: Dunkelbraune Idyllen. Der Maler Emil Nolde verehrte Hitler noch glühender, als bislang bekannt war. Sollte die Kanzlerin ihren Nolde abhängen?)

Samstag, 8. Juni 2019

Kaleidoskop guter Gedanken

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Vor mir liegen Kalenderzettel! Und zwar Seiten aus einem Kalender, der zu jedem Tag einen (mehr oder weniger) klugen Ausspruch eines bekannten Zeitgenossen / einer bekannten Zeitgenossin  anbietet. Einige habe ich aufgehoben, sie haben mich in irgendeiner Weise besonders angesprochen. Bevor sie in einer meiner zahlreichen "Ablagen" verschwinden, will ich sie lieber hier einfach zitieren!


Wer nachtragend ist,
hat viel zu schleppen. 

Spruchweisheit


Dumme Gedanken hat jeder,
aber der Weise verschweigt sie.

 Wilhelm Busch (1832 - 1908)


Wer über jeden Schritt
lange nachdenkt, der steht
sein Leben lang auf einem Bein.

Buddha (Siddhartha Gaudama)


Eine schwere Zeit ist wie ein 
dunkles Tor. Trittst du hindurch,
trittst du gestärkt hervor.

Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929)


Erfahrungen sind Maßarbeit.
Sie passen nur dem, der sie macht.

Carlo Levi (1902 - 1975)


Wenn du etwas wagst, wächst dein Mut.
Wenn du zögerst, deine Angst.

Mahatma Gandhi (1869 - 1948)


Sag einer Person, dass sie mutig ist,
und du hilfst ihr, es zu werden.

Thomas Carlyle (1795 - 1881)


Willst du einen Freund
gewinnen, sei selbst einer.

Herbert Louis Samuel (1870 - 1963)

Es ist nicht von Bedeutung,
wie langsam du gehst, solange
du nicht stehenbleibst.

Konfuzius

Viele kleine Menschen, die an vielen kleinen Orten
viele kleine Dinge tun, werden das Anlitz dieser Welt verändern.

Sprichwort der Xhosa (südliches Afrika)




Der letzte Ausspruch macht Mut, besonders wenn ich ihn als Gegenpol zu meinem anderen blog-Eintrag vom heutigen Tag sehe!! Möge es so sein!! 



 

      

   

      
  

Ein neues Pfingstwunder braucht die Welt

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Pfingsten - wenn ich mich recht erinnere, ist das in der biblischen Überlieferung der Tag, an dem plötzlich die Betroffenen für sie bisher völlig fremde und unverständliche Sprachen verstehen und in ihnen  reden konnten.


Ein solches Wunder bräuchte wieder die Welt, heillos zerstritten, vielerorts in Kämpfe verwickelt, selbst in Nachbarschaften oft in Fraktionen geteilt, die sich feindselig gegenüberstehen und sich befehden. (Man muss nur einmal eine aktuelle Sitzung des Bundestages anhören, besonders die Zwischenrufe ...)

Alle haben recht, nur die Angehörigen der jeweiligen gegnerischen Gruppe nicht. Nur wenige sind bereit, auch einmal einzulenken und nach Gemeinsamkeiten zu suchen. War das schon immer so und ich habe es früher nur verklärt wahrgenommen - oder ist es der "Zeitgeist", der in meiner Wahrnehmung "damals" mehr auf Toleranz und Kompromissbereitschaft gepolt war? Wie gesagt, es wirkt alles so verrannt, dass ein "Wunder" zwar kaum zu erwarten, aber sehr nötig wäre. Oder wenigstens ein paar kleine Schritte auf die "Widersacher" zu.

Samstag, 13. April 2019

Bücherschau

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Diese Bücher habe ich u.a. in der letzten Zeit entdeckt. Ich finde ihre Themen sehr aufschlussreich und möchte mich in Kürze genauer mit ihnen beschäftigen:

Klaus Lindner: Anfang und Ende der Welt. Eine Geschichte des Kosmos. - Leipzig u.a.: Urania 1995.

Das ist dann ja schon fast ein antiquarischer Titel! Ich habe länger nach einer derartigen Darstellung  gesucht, die eine Einordnung ermöglicht, wie besonders und kurzfristig unsere menschliche Kultur in der Weltgeschichte angesiedelt ist, unsere Erde als Nußschale im Kosmos, in der wir alle nur eine winzige Zeitspanne verbringen dürfen! Eine Mahnung zur Bescheidenheit, ein Aufruf zur Solidarität aller Menschen aller Zeitspannen aufgrund ihrer nur so kurzen Existenz und eine Mahnung an alle Despoten und "Menschheitsbeglücker", die ihre tatsächliche Bedeutung über alle Maßen überschätzen!

Carel van Schaik und Kai Michel: Das Tagebuch der Menschheit. Was die Bibel über unsere Evolution verrät. - Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Vlg. 4. Aufl. 2018. (= rororo 63 133). 

Dies ist kein religiöses Buch im üblichen Sinn! Es ist der Versuch, die Erzählungen der Bibel zu deuten als Grundlage für eine Betrachtung der Evolution der Natur und Kultur des Homo sapiens.
 
Steven Levitsky und Daniel Ziblatt: Wie Demokratien sterben. Und was wir dagegen tun können. - München: DVA 2018.

Ein mich beängstigendes Thema! Angesichts der politischen Verwerfungen in der Welt und der gewaltigen Aufmerksamkeit für rechte Themen allerorts in den Medien scheint aber die lange Jahre so friedliche Entwicklung bei uns nach der Wende nachhaltig gestört bzw. abgebrochen, eine Tatsache, die ich lange nicht wahrhaben wollte. 


 

Freitag, 8. März 2019

Was Jeremias Gotthelf über die Liebe wusste

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In einem Abreißkalender für tägliche Zitate habe ich den folgenden schönen Fund über die Liebe gemacht. Auch die  Alten wussten schon Bescheid!

Es ist mit der Liebe
wie mit den Pflanzen:
Wer Liebe ernten will,
muss Liebe säen.

Jeremias Gotthelf

Über Jeremias Gotthelf steht dann noch weiterhin, dass er eigentlich Albert Bitzius hieß, von 1797 bis 1854 lebte und in der Schweiz Pfarrer und Schriftsteller war. 

Donnerstag, 7. März 2019

Die Luft wird dünner ...

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Es gab schon immer Todesanzeigen in der Zeitung und Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und allen möglichen kulturellen Bereichen.

Früher habe ich mich allerdings nicht sonderlich dafür interessiert, aber das hat sich grundsätzlich gewandelt. Mittlerweile sind nämlich vom Lebensalter all die Jahrgänge "dran", die in meiner Jugend und Studentenzeit meine "Gewährsleute" waren und mich seitdem mit ihren Ansichten und Werken begleitet haben. Und nun verlassen sie mich plötzlich und hinterlassen eine Leerstelle in meinem geistigen Umfeld. Gerade diese "Alten" waren prägend für mich. Ich habe dann versäumt, mir weiterhin neue geistige Freunde zu suchen, denn Jüngere habe ich mir viel weniger zu eigen gemacht und in meinem Gedächtnis "eingegraben", also mich nie wieder so leicht auf Botschaften und Werke eingelassen. So erlebe ich jetzt einerseits einen Verlust, denn ein Stück vertrauter Welt verschwindet, in der ich mich zu Hause gefühlt habe, gleichzeitig zeigt es mir aber auch an, wie alt ich mittlerweile doch schon geworden bin.

In diesem Sinne, schon etwas länger zurückliegend, möchte ich an Peter Härtling erinnern, der 2017 gestorben ist. Seine wunderbaren Kinderbücher und seine Texte für Erwachsene haben mich tief beeindruckt und sehr bereichert. Ich denke da insbesondere an die "Nachgetragene Liebe", seine späte Annäherung an seinen früh verstorbenen Vater.

Und ganz aktuell aus neuester Zeit ist mir in Erinnerung, dass Tomi Ungerer gestorben ist, der Illustrator und Schöpfer "frecher Bilder". Weitere werden folgen, es ist der Lauf der Welt ...