Donnerstag, 7. März 2019

Die Luft wird dünner ...

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Es gab schon immer Todesanzeigen in der Zeitung und Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten aus Politik, Literatur und allen möglichen kulturellen Bereichen.

Früher habe ich mich allerdings nicht sonderlich dafür interessiert, aber das hat sich grundsätzlich gewandelt. Mittlerweile sind nämlich vom Lebensalter all die Jahrgänge "dran", die in meiner Jugend und Studentenzeit meine "Gewährsleute" waren und mich seitdem mit ihren Ansichten und Werken begleitet haben. Und nun verlassen sie mich plötzlich und hinterlassen eine Leerstelle in meinem geistigen Umfeld. Gerade diese "Alten" waren prägend für mich. Ich habe dann versäumt, mir weiterhin neue geistige Freunde zu suchen, denn Jüngere habe ich mir viel weniger zu eigen gemacht und in meinem Gedächtnis "eingegraben", also mich nie wieder so leicht auf Botschaften und Werke eingelassen. So erlebe ich jetzt einerseits einen Verlust, denn ein Stück vertrauter Welt verschwindet, in der ich mich zu Hause gefühlt habe, gleichzeitig zeigt es mir aber auch an, wie alt ich mittlerweile doch schon geworden bin.

In diesem Sinne, schon etwas länger zurückliegend, möchte ich an Peter Härtling erinnern, der 2017 gestorben ist. Seine wunderbaren Kinderbücher und seine Texte für Erwachsene haben mich tief beeindruckt und sehr bereichert. Ich denke da insbesondere an die "Nachgetragene Liebe", seine späte Annäherung an seinen früh verstorbenen Vater.

Und ganz aktuell aus neuester Zeit ist mir in Erinnerung, dass Tomi Ungerer gestorben ist, der Illustrator und Schöpfer "frecher Bilder". Weitere werden folgen, es ist der Lauf der Welt ...

Dienstag, 5. Februar 2019

Worte


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Worte können Mauern sein
oder Fenster.

Dieses Zitat verdanke ich Marshall B. Rosenberg (1934 - 2015).

Ich habe es gefunden als "Schlussstein" im Publik-Forum 17/2018. 

Samstag, 2. Februar 2019

Mascha Kalékos Aktualität

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Meine Frau zeigte mir das folgende Gedicht von Mascha Kaléko, das mich sehr beeindruckt hat. In der Gedichtausgabe findet sich keine Zeitangabe außer der Kapitelüberschrift "im Exil". Da Mascha Kaléko Deutschland 1938 verlassen hat, beziehen sich ihre Aussagen natürlich auf Nazi-Deutschland und die damaligen Schrecknisse. Aber wie viel davon könnte man auch heute in unserer Umwelt finden!

Zeitgemäße Ansprache


Wie kommt es nur, daß wir noch lachen,
Daß uns noch freuen Brot und Wein,
Daß wir die Nächte nicht durchwachen,
Verfolgt von tausend Hilfeschrein.

Habt ihr die Zeitung nicht gelesen,
Saht ihr des Grauens Abbild nicht?
Wer kann, als wäre nichts gewesen,
In Frieden nachgehn seiner Pflicht?

Klopft nicht der Schrecken an das Fenster,
Rast nicht der Wahnsinn durch die Welt,
Siehst du nicht stündlich die Gespenster
Vom blutigroten Trümmerfeld -?

Des Tags, im wohldurchheizten Raume:
Ein frierend Kind aus Hungerland,
Des Nachts, im atemlosen Traume:
Ein Anlitz, das du einst gekannt.

Wie kommt es nur, daß du am Morgen
Dies alles abtust wie ein Kleid
Und wieder trägst die kleinen Sorgen,
Die kleinen Freuden, tagbereit.

Die Klugen lächeln leicht ironisch:
Ca c'est la vie. Des Lebens Sinn.
Denn ihre Sorge heißt, lakonisch:
Wo gehn wir heute abend hin?

Und nur der Toren Herz wird weise:
Sieh, auch der große Mensch ist klein.
Ihr lauten Lärmer, leise, leise, 
Und laßt uns sehr bescheiden sein.

(zitiert aus: Mascha Kaléko: In meinen Träumen läutet es Sturm. Gedichte und Epigramme aus dem Nachlaß. - dtv Bd. 1294. 30. Aufl. der Taschenbuchausgabe 2011. S. 37 - 38)

 

Freitag, 11. Januar 2019

Ein Schock ...

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Es ist allen von uns mehr als vertraut, dass die Welt sehr unfriedlich ist; Kriege und große Konflikte sind allgegenwärtig, in allen Zeitungen und in allen Nachrichtensendungen.

Auch bei uns in Deutschland sind härtere Zeiten ausgebrochen. Politische Diskussionen haben an Schärfe zugenommen, radikalisierte Stellungnahmen in sozialen Medien ohnehin; Übergriffe und heftige Proteste gegen "die Anderen" sind leider fast schon alltäglich.

Aber wir leben doch seit Jahrzehnten auf einer "Insel des Friedens" hier bei uns in Deutschland. Vom Thema "Kriegsgefahr" sind wir seit dem Ende des Kalten Krieges immer verschont geblieben.

Um so mehr habe ich es als Schock und Kulturbruch erlebt, als ich in der MOZ vom 5. Dezember 2018 den folgenden Artikel von  Stefan Kegel fand: "Bedingt geschützt. Verrottete Bunker, Ärztemangel, Privatisierungen - auf einen Kriegsfall wäre die Bevölkerung kaum vorbereitet".

Dazu noch Tipps für anzulegende Notvorräte seitens des Bundesamts für Katastrophenschutz, griffbereite Dokumente und Hausapotheke sowie Hygieneartikel und zum "guten" Schluss noch der Hinweis auf Warn-Apps für das Handy ...

Hilfe, in welcher Welt leben wir plötzlich! Vor wenigen Jahren noch hätte ich einen solchen Artikel für undenkbar gehalten. Es wird immer gesagt, alte Menschen lebten in der Vergangenheit. Ich fand mich da immer noch recht "up to date", aber diese markanten Einbrüche in mein bisheriges Leben fordern mich doch hart.

Sonntag, 6. Januar 2019

Gruß zum Jahresbeginn 2019

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Ich grüße alle Besucherinnen und Besucher meines blogs zum Jahresbeginn 2019!

Ich, ein zwischenzeitlich noch mehr ergrauter "Dinosaurier" mit markanten alterstypischen Verschleißerscheinungen, unter anderem einer bemerkenswerten Vergesslichkeit, habe ich doch in den letzten Monaten das Bloggen fast ganz vergessen, wie schade! Dabei habe ich genügend mehr oder weniger kluge Einfälle, die ich zum Besten gegen könnte... Ich will mich bessern.

Das ist mein Wunsch an mich selbst. Mit meinen Wünschen, allgemeiner gehalten, sieht es allerdings viel schwieriger aus. Bei der betrüblichen Weltlage überall um uns herum ist es ja schon ein positiver Wunsch für 2019, dass das Niveau von 2018 bestehen bleiben möge und nicht alles noch schlimmer werde. Dabei ist die Welt ungeheuer bedürftig, mehr Frieden, Gerechtigkeit und Freiheit,  Anteilnahme und Unterstützung zu erleben, vom Wirken von Vernunft und verantwortungsvollen Planungen und realen Projekten für das Überleben der nächsten Generationen ganz zu schweigen.

Das Internet hat sich in den letzten Monaten zu einem Kampffeld von radikalen und menschenunwürdigen Aussagen entwickelt, die zudem nicht selten nur der Fantasie ihrer Verfasser entspringen. Statt diesen geistigen Verfall nur leidend zu beklagen, kann ich ja einige bits mit anderen Aussagen füllen. Wie sagte noch Erich Kästner:

[...]
War Dein Plan nicht: irgendwie
alle Menschen gut zu machen?
Morgen wirst Du drüber lachen.
Aber bessern kann man sie.

Ja, die Bösen und Beschränkten
sind die Meisten und die Stärkern.
Aber spiel nicht den Gekränkten.
Bleib am Leben, sie zu ärgern! 

Mittwoch, 26. September 2018

Wie ich die Welt rette - leider nur eine Satire

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Es gibt eine Menge von Vorschlägen, wie das Leben auf dieser Erde besser gestaltet werden könnte. Ich führe einige auf, die sicherlich zwar eine anregende, nicht aber eine vollständige Liste ergeben. Wenn davon auch nur ein wenig umgesetzt werden könnte, hätten wir alle einen Nutzen davon:

  1. Es wird die Finanz-Transaktionssteuer weltweit eingeführt in einer wirksamen Höhe. (uralte attac-Forderung ...)
  2. Große internationale Konzerne zahlen in all den Ländern Steuern, in denen sie Gewinne gemacht haben.
  3. Die Steuern auf Kapitalerträge und Unternehmensgewinne werden international vereinheitlicht, so dass es keine Steueroasen mehr gibt.
  4. Die Steuersätze auf Einkommen werden international einheitlich so festgesetzt, dass die Reichen dieser Welt angemessen am Aufbau der Infrastruktur und der sozialen Fürsorge in ihren jeweiligen Wohnsitz-Ländern beteiligt werden.
  5. Unternehmen, die grundlegende Bedürfnisse der Bevölkerung versorgen, werden staatlich geführt und erwirtschaften keine Rendite mehr für private Investoren, z.B. Bahn, Post, Elektrizitäts- und Wasserwerke, Krankenhäuser und ähnliche Versorger.
  6. Es besteht ein Verbot für staatliche Institutionen, Grund und Boden zu veräußern. Sie bleiben in öffentlicher Hand, können aber zur Bewirtschaftung verpachtet werden. Ebenso verhält es sich mit Wohnraum, der in staatlichem Besitz ist.
  7. Renten-, Kranken- und Arbeitslosenversicherungen werden nach dem Bürgermodell von der gesamten Bevölkerung getragen.
  8. Die Träger hoher Staatsämter werden nach einer festgelegten Zeit abgelöst. Auch oberste Richter unterliegen dieser Regelung und können nicht lebenslänglich das Geschehen bestimmen.
Das wäre schon eine Revolution ...  Dabei fehlen noch all die notwendigen ökologischen Maßnahmen und eine hervorragende Utopie: Alle Staaten schaffen ihre Armeen ab. Die bisherigen Soldaten werden umgeschult für gesellschaftlich relevante Aufgaben (Altenpflege, Lehrer, Sozialarbeiter und so einiges mehr...). Für das eingesparte Geld gibt es sicherlich im Bereich Ökologie und Soziales hinreichende Investitionsmöglichkeiten. Und die Firmen aus dem Rüstungsbereich finden sicherlich auch noch andere Wirkungsfelder. Nach dem II. Weltkrieg hat das in der Bundesrepublik ja wohl auch einige Jahre funktioniert...

Dienstag, 28. August 2018

Konfusion

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Immer habe ich geglaubt, dass die geistigen Möglichkeiten der Menschheit sich in einer steten  Weiterentwicklung befinden, dass frühere Engen überwunden werden können und alles freier und "besser" (was auch immer das sei) werden könne, im Sinne der Aufklärung als Überwindung der selbst verschuldeten Unmündigkeit.

Aber ich bin wohl nur ein unverbesserlicher Gutmensch und bekomme die Signale des Zeitgeistes nicht genügend mit. Und die stehen "auf Sturm" mit fake news, Verschwörungstheorien und einem zunehmenden "Rechts-Schwenk" öffentlicher Themen und Stellungnahmen.

Ich stehe hilflos in dieser Entwicklung, die alles hinwegzuspülen droht, was mir bisher im Leben Halt und Sinn gegeben hat. Aber ich kämpfe!

Eine meiner "Waffen" ist die Ironie, die andere das Suchen nach Geistesverwandten, die mich unterstützen, z.B. mit aussagekräftigen Zitaten.

So will ich jetzt noch meine beiden besten "Funde" zum Besten geben, einer ganz neu, den anderen habe ich schon früher in meinem blog zitiert:


Das Gegenteil von Wissen ist nicht Unwissen, 
sondern der Glaube zu wissen.

Stephen Hawking

und


Nicht die Lüge ist die große Gegenspielerin der Wahrheit,
sondern die Dummheit. 

Hermann Kasack

Das erste Zitat habe ich in dem neuen Buch von Michael Lüders "Armageddon im Orient"als Motto gefunden, das zweite stammt von Hermann Kasack aus "Die Stadt hinter dem Strom".