Freitag, 13. April 2018

Meine Überzeugungen: Was ich von Paul Maar und dem Sams gelernt habe

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Das folgende kleine Lied stammt aus einem Kinderbuch! Es ist das Lied des Sams aus einem der Sams-Bücher von Paul Maar ("Ein Sams für Martin Taschenbier")!

Es bedeutet mir viel, drückt es doch eine Grunderkenntnis aus, die mich schon viele Jahre in meinem Leben begleitet, auch wenn mir ihre Umsetzung nicht gerade leicht fällt.

"Einfache" Formulierungen können wichtige Sachverhalte meistens viel besser klarmachen als große gelehrte Abhandlungen. Darum liebe ich solche gelungenen Sprachgeschenke, denn so empfinde ich diese sprachlich und inhaltlich wunderbare kleine Perle.

Vor langer Zeit hatte ich dieses Zitat garantiert schon einmal in meinem blog aufgeführt. In dem jetzigen Zusammenhang passt es aber hervorragend, deshalb erneut


Andre können dich nicht ändern,
ändern musst du dich allein.
Du wirst nie die Andern ändern,
aber du kannst anders sein.

Lied des Sams

Mittwoch, 11. April 2018

Meine Überzeugungen: "Wir sitzen alle in einem Boot."

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Die Erde ist eine kleine Nussschale inmitten eines Universums von ungeheuren Ausmaßen. Sie hat schon ein beträchtliches Alter und wird wohl auch noch eine ganze Weile bestehen, aber wer weiß das schon so genau,  es übersteigt auch unsere Vorstellungskraft. Wissen tun wir allerdings, dass es Menschen auf diesem winzigen Himmelskörper erst seit sehr überschaubarer Zeit gibt und auch noch eine kürzere oder auch etwas längere Zeit geben wird - je nach dem, ob sie sich gegenseitig vernichten, die Erde bald irreversibel demolieren oder aber doch noch einmal zur Vernunft kommen und gemeinschaftlich unseren Planeten als Lebensgrundlage pflegen. Wer noch in der Lage ist, über den Tellerrand seines eigenen kurzen Lebens hinauszublicken, kann nur mit Angst und Schrecken wahrnehmen, was für eine gefährdete Welt wir unseren Nachfolgern hinterlassen. Wobei: Die Welt bzw. die Erde wird schon noch eine geraume Zeit weiter existieren - aber noch mit Menschen? Wenn die Menschheit sich nicht bescheidener ins Kooperieren und Teilen einfinden kann, wird sie sich wahrscheinlich in den dann unvermeidlichen Verteilungskämpfen um die letzten Ressourcen gegenseitig vernichten. Da hilft dann auch keine Trump'sche Mauer mehr weiter und  auch keine verteidigte EU-Außengrenze... Das hat bekanntlich seinerzeit beim Limes auch schon nicht geklappt...

Dienstag, 10. April 2018

Jetzt bin ich 71

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71, das ist schon im Rückblick eine stattliche Zahl, in einer Dimension, die für mich lange in fernster  Ferne zu sein schien, und jetzt ist sie Realität!

Lasse ich alles Private beiseite, ist es allerdings eine Realität, die ich in meinen schlimmsten Träumen noch vor wenigen Jahren nicht erwartet hätte, nach all der Aufbruchstimmung in den Jahren um 1990 herum.

Um zu meinen Überzeugungen wirklich zu stehen, habe ich mich 2004 dazu entschlossen, auch damals immerhin schon  in fortgeschrittenem Alter, attac und Amnesty International zu unterstützen und diesen Gruppen beizutreten, später folgte auch noch Greenpeace, das Triumvirat vollendend!

Was ist von dieser Aufbruchstimmung geblieben? Es ist, als hätte sich die Welt rückwärts gedreht. Hoffnungen von  damals sind ferner gerückt denn je, unerträgliche Spannungen und Belastungen sind hinzugekommen, auch "Krieg" ist nicht mehr ein undenkbares Ereignis, nachdem ich das ungeheure Glück hatte, von meiner Geburt an 71 Jahre in Frieden zu leben. Wann hat es das schon einmal in Mitteleuropa gegeben?

Um es noch deutlicher zu machen: Grundforderungen  von attac wie die Finanztransaktionssteuer und die Bürgerversicherung sind heute utopischer als vor 14 Jahren bei meinem Eintritt. Bei all den Despoten rings um uns herum mit ihren immer autoritäreren Regimes und den Heerscharen von Menschen, die sie dennoch - oder gerade deswegen ? - wählen, ist die Arbeit von Amnesty International nötiger und umfassender als je zuvor, die Gegenwehr gegen Plünderung und Drangsalierung unseres Planeten als Tätigkeitsfeld von Greenpeace ebenso.

Von diesen "Fortschritten der Menschheit" her könnte ich mich resignativ zurücklehnen und mich auf mein Alter zurückziehen. Manchmal möchte ich das auch am liebsten. Resignation hilft aber immer nur den Mächtigen und Ewig-Gestrigen und damit allen Kräften, denen ich mich bisher verweigert und  entgegengestemmt hatte.

Denn ich sehe nur zwei Alternativen: Die Lithographie von A. Paul Weber "Der letzte Privatier", der sein ummauertes Gärtchen als Idylle pflegt, um das herum der III. Weltkrieg tobt, oder Erich Kästner, der in seinem Leben weitaus größere (Lebens-)Gefahren zu überstehen hatte, der in seinem Gedicht "Warnung vor Selbstschüssen" folgende Ratschläge erteilt.

[...]
War Dein Plan nicht: irgendwie
alle Menschen gut zu machen?
Morgen wirst Du drüber lachen.
Aber, bessern kann man sie.

Ja, die Bösen und Beschränkten
sind die Meisten und die Stärkern.
Aber spiel nicht den Gekränkten.
Bleib am Leben, sie zu ärgern!

Dann gibt es allerdings noch die Milde des Dalai Lama, eine vorbildliche Haltung, weil sie mehr
Frieden schafft. Ein schönes Vorbild! Aber das überfordert mich, zumindestens z.Zt., noch ...







Donnerstag, 15. März 2018

Meine Überzeugungen: Rosa Luxemburg über Ferdinand Lassalle und die Wahrheit

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Wie Lassalle sagte,
ist und bleibt die revolutionärste Tat,
immer "das laut zu sagen, was ist".

Rosa Luxemburg

Meine Quelle für dieses Zitat war eine Postkarte! Aber dieses Zitat dürfte so bekannt sein, dass es hinlänglich viele zuverlässige Angaben darüber geben wird.

Lassalle und Luxemburg hatten sicherlich eine rein politische Interpretation des Weltgeschehens bei diesem Zitat im Auge. Es fasziniert mich aber besonders, weil es natürlich diesen Blickwinkel umfasst, gleichzeitig aber auch auf der individuellen psychologischen Ebene große Aussagekraft hat.

Viele Ereignisse der "großen", aber auch der Lokalpolitik zeigen, wie von den (kleinen und großen) Mächtigen ständig unbequeme Wahrheiten "unter den Teppich gekehrt werden", und derjenige massive Sanktionen befürchten muss, der daran rüttelt. Dass Diktaturen und Diktatoren schon immer so gehandelt haben und auch derzeitig handeln, davon sind die Zeitungen voll. Kritikwürdig sind dann aber meist die ausgemachten Gegner, und es fällt nicht schwer, den Verlust objektiver Berichterstattung in der Türkei zu beklagen und schlimme Vorahnungen auf mögliche Entwicklungen z.B. in Polen zu haben. Aber auch "die eigene Nase" in westlichen "Vorzeigestaaten" darf angefasst werden, wenn es um Enthüllungen von Whistleblowern wie Edward Snowdon geht ... Aber bereits im AT war es für Propheten lebensgefährlich, den göttlichen Auftrag auszuführen und dem Volk und den Herrschern den Spiegel vorzuhalten. Jona hat sich vergeblich dagegen zu wehren versucht...

Aber auch im kleineren Rahmen kann es großen Ärger geben, wenn jemand an "Familiengeheimnissen" rührt und sich um Aufklärung bemüht und damit ungeschriebene Gesetze verletzt. Allerdings ist es in allen familientherapeutschen Ansätzen klar, dass nur auf diesem Weg Veränderungen eingeleitet und frühere Wunden und Ungerechtigkeiten gegenüber ausgegrenzten Familienangehörigen ausgesöhnt werden können.

Von moderner Familientherapie ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zurück zu den revolutionären Erkenntnissen der Psychoanalyse: Unerwünschte, ängstigende und beschämende Erlebnisse und Vorstellungen werden ins Unbewusste verdrängt. Sie an die Oberfläche zu holen und sich bewusst   zu machen, ist auch eine revolutionäre Tat und ein Akt der Selbstbefreiung, vor der sich aber die meisten Menschen durch massive Widerstände zu schützen versuchen. 

 

Meine Überzeugungen: Die Bedeutung des Erinnerns bei Baal Schem Tov

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Zu diesem Zitat habe ich eine ganz besondere Beziehung. Einerseits ist es eines der ältesten aus meiner "Sammlung", die ich irgendwann einmal vor etwa 35 Jahren angefangen habe. Andererseits wird hier eine fundamentale Wahrheit mitgeteilt, die für mich eine grundlegende Bedeutung hat: Nur wenn ich mich an eigene oder kollektive Ereignisse der Vergangenheit erinnere, gegebenenfalls diese betrauere, bin ich frei für Zukünftiges, ohne dass mich ungeahnte Verstrickungen an Früheres fesseln. Hier nun das Zitat:

Nicht im Vergessen, sondern im sich Erinnern besteht das Geheimnis der Erlösung.

Baal Schem Tov 

Von diesem Autor weiß ich nur, dass er im 18. Jahrhundert gelebt hat. Das Zitat verdanke ich einem Programmheft der Berliner Schaubühne aus dem Jahr 1982 zu dem Stück "Der Dibbuk".

 

Mittwoch, 14. März 2018

Meine Überzeugungen: Was ich von Bertrand Russell gelernt habe

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Vor langer, langer Zeit zu Beginn meines Studiums habe ich mich mit Bertrand Russell und seinem Buch "Warum ich kein Christ bin" auseinandergesetzt. Zwar kritisiert er das Christentum scharf, positioniert sich aber auch eindeutig hinsichtlich seiner Überzeugungen und formuliert ein Kapitel "Woran ich glaube". Daraus stammen die beiden folgenden Zitate:

Das Glück ist wahr, auch dann, wenn es ein Ende finden muss, und auch das Denken und die Liebe verlieren nicht ihren Wert, weil sie nicht ewig währen.
und

Das gute Leben ist von Liebe beseelt und von Wissen geleitet.
Beide Zitate aus: Bertrand Russell: Warum ich kein Christ bin. - Reinbek b. Hamburg: Rowohlt 1968. (= rororo 1019-1020). S. 62 (1. Zitat) und S. 64 (2. Zitat als Kap.-Überschrift)

Meine Überzeugungen: Erich Fromms Buddha-Zitat

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Beim Nachschlagen des Erich-Fromm-Textes habe ich nach langer Zeit wieder einmal in seinem Buch "Psychoanalyse und Ethik" geblättert. Und dabei wieder das Buddha-Zitat gefunden, das Fromm als Motto seinem Text vorangestellt hat, was ja nichts anderes besagen dürfte, dass er selbst es als eine Grundlage seines Denkens ansieht. In Dankbarkeit schließe ich mich an. (Es gibt so viele große Denker, denen die Menschheit dankbar sein könnte ...)


Seid euer eignes Licht.
Seid eure eigne Zuversicht.
Haltet euch an die Wahrheit in euch selbst
als das einzige Licht. 
BUDDHA 

zitiert nach Erich Fromm, Psychoanalyse und Ethik, Motto