Freitag, 5. Juni 2009

Zitate XXXVI

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Ein Zitat mit Wärme, allerdings bei einer sehr pessimistischen Betrachtung der Welt als solcher! Beim positiven Teil des Zitats denke ich sogar, dass Jean Paul die hilfreichen Wirkungen untertreibt: Eine derartige Wohltat am Beginn des Lebens wirkt sicherlich noch länger als nur die erste Hälfte …



Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben lang die kalte Welt aushalten.


JEAN PAUL



Eine zitierfähige Quellenangabe habe ich leider nicht. Dieses schöne Zitat schrieb mir eine besondere Schülerin aus meiner damaligen HEP 10 als Motto über ihre Examensklausur in Psychologie, was es damals als Fach noch gab. (Mittlerweile als eigenständiges Fach abgeschafft in einer großen Unterrichts-„Reform“ in Brandenburg, die für Fachschulen für Soziales alle pädagogisch-psychologischen Fächer in einen großen Brei zusammengerührt hat.)
[In meiner Sammlung seit dem 28.6.2000]

Zitate XXXV

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Ein wunderbares Gedicht! Auch anderen Menschen scheint es sehr zu gefallen, denn ich habe es seither häufiger zitiert gefunden.



Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andere neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.


HERMANN HESSE



Erstmalig gelesen in einem kurzen Essay der damals schon hochbetagten Diseuse Lotti Huber in einem TV-Programmheft (!) 1996.

Lieblingszitate XXXIV

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Im Augenblick bleibt mir wegen Krankheit in der Familie nur wenig Ruhe und Zeit, um Eigenes zu schreiben. So werde ich als nächste Beiträge nur einige „fertige“ Zitate ins Netz setzen, für mich eine „Arbeitsersparnis“, für meine Leser aber sicherlich kein Qualitätsverlust, denn mir gefallen diese Zitate sehr gut!


Ein moderner Klassiker, nicht nur für Kinder:


„Nein, Momo“, erwiderte Meister Hora, „diese Uhren sind nur eine Liebhaberei von mir. Sie sind nur höchst unvollkommene Nachbildungen von etwas, das jeder Mensch in seiner Brust hat. Denn so wie ihr Augen habt, um das Licht zu sehen, und Ohren, um Klänge zu hören, so habt ihr ein Herz, um damit die Zeit wahrzunehmen. Und alle Zeit, die nicht mit dem Herzen wahrgenommen wird, ist so verloren, wie die Farben des Regenbogens für einen Blinden oder das Lied eines Vogels für einen Tauben. Aber es gibt leider blinde und taube Herzen, die nichts wahrnehmen, obwohl sie schlagen.“


MICHAEL ENDE


Aus: Michael Ende, Momo, Stuttgart 1973, S. 159.
[in meiner Sammlung seit 1996]

Montag, 1. Juni 2009

Was auf uns nach den Wahlen wartet ...

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Die selbsternannten „Gurus“ und Klugschnacker beginnen, uns auf die zu erwartenden Ereignisse einzustimmen, wenn die Zeit der Wahlversprechen abgelaufen sein wird und die Parteien, die nach der Bundestagswahl höchstwahrscheinlich herrschen werden, eine „Medizin“ zur Genesung des Staatshaushaltes suchen. Klaus Zimmermann, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hatte schon eine glänzende Idee!

Ich las davon bereits in der BERLINER ZEITUNG v.29.5.09; ver.di war von diesem Vorschlag so erbost, dass von dieser Gewerkschaft noch zum Monatsende eine Rund-Mail erschienen ist, deren Wortlaut ich hier wiedergeben möchte:



25-Prozent-Skandal!

Jetzt reden die ersten Klartext: Wir sollen die Zeche für die Krise zahlen. Statt die Profiteure zur Kasse zu bitten, soll die Mehrwertsteuer von 19 auf sage und schreibe 25 Prozent erhöht werden. Das fordert der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Klaus Zimmermann. Begründung: „Beim Schuldenabbau wird der Staat um Steuererhöhungen nicht herumkommen.“

Nur gibt es solche und solche Steuern. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer trifft aber gerade Gering- und Normalverdienende, Arbeitslose, Rentnerinnen und Rentner besonders stark. Ver.di fordert dagegen, dass Reiche und Vermögende für die Kosten der Krise aufkommen. Vor allem durch die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, mehr Erbschaftssteuer für große Vermögen, eine erhöhte Einkommensbesteuerung für Reiche und eine Finanztransaktionssteuer.

Das Konzept Steuergerechtigkeit von ver.di würde Mehreinnahmen von insgesamt 75 Milliarden Euro bringen. Fast doppelt soviel wie die drastische Erhöhung der Mehrwertsteuer. Und es würden diejenigen für die Kosten der Krise zahlen, die seit Jahren Profiteure der Umverteilung von unten nach oben sind.

Es wird immer klarer, was uns nach der Wahl droht. Wenn wir uns nicht wehren!




Quelle:
ver.di Wirtschaftspolitik aktuell Nr. 10, Mai 2009, http://wipo.verdi.de

Solidarisch aus der Krise

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Solidarisch aus der Krise ist der Titel der neuen ver.di- Broschüre mit den Untertiteln Zwei Millionen Arbeitsplätze und Profiteure zur Kasse.


Herausgegeben wurde sie vom Ressort für Wirtschaftspolitik, verantwortet von Michael Schlecht vom ver.di Bundesvorstand.


Ich zitiere aus dem Begleitschreiben, mit dem mir die Broschüre am 20.5.09 zugesandt wurde:


[ … ]


Die registrierte Arbeitslosigkeit droht im kommenden Jahr auf fünf Millionen anzusteigen. Hunderttausende sind schon jetzt in Kurzarbeit. Die Bundesregierung geht für das laufende Jahr von einem Wirtschaftseinbruch von sechs Prozent aus – drei mal schlechter als es Anfang des Jahres erwartet wurde. Diese Wirtschaftskrise ist kein Konjunktureinbruch, bei dem es nach kurzer Zeit weitergehen kann wie bisher. Sie ist die schwerste Krise seit der Weltwirtschaftskrise vor 80 Jahren.


Die Broschüre zeigt die tieferen Ursachen von Weltwirtschafts- und Finanzkrise auf und stellt unsere Alternativen vor: Ein Umsteuern hin zu einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung, die Beschäftigung sichert, gute Arbeit und eine lebenswerte Umwelt für alle ermöglicht.


[ … ]


Unsere Broschüren und weitere Informationen können auch im Internet unter www.wipo.verdi.de heruntergeladen werden.



Meine Empfehlung: Unbedingt besorgen!

Und sie machen immer so weiter ...

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Nur eine relativ kleine Nachricht auf der Wirtschaftsseite des TAGESSPIEGELs am 29.5.2009:


Spekulanten treiben Benzinpreis

Super müsste bis zu zwölf Cent weniger kosten

[ … ]

Geringe Nachfrage weltweit, aber trotzdem steigt der Preis: „Das bedeutet, dass sich Spekulanten derzeit mit Öl- und sogar Benzin-Kontrakten eindecken“, sagt [der Rohstoffexperte] Elfert. „Ohne diesen Spekulationsfaktor müsste der Ölpreis nicht bei 62, sondern bei rund 50 Dollar liegen“, schätzt Elfert. Folglich müsse ein Liter Superbenzin mit allen Steuern und Abgaben rund 1,20 Euro kosten – etwa zehn bis zwölf Cent weniger als derzeit.


Klartext: Saftige Gewinne für Spekulanten! Bezahlt werden sie von allen Autofahrern und sonstigen Öl-Verbrauchern, also der Allgemeinheit. Wie vor der Krise, kein Bisschen anders! Es läuft wie geschmiert, ein wunderbares Rezept zum Absahnen, da auch weiterhin solche Märkte frei schalten und walten dürfen und nicht freiwillig jemals auf irgendetwas verzichten werden.

Mein Motto für den Monat Juni 2009

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Klare Worte! Dringend in unserer Zeit! Auch in unserem Land angesichts möglichen weiteren Sozialabbaus und fragwürdiger Eliten, die uns in die Krise geritten haben und nicht abtreten wollen!


Freiheit braucht ewige Wachsamkeit.

DESMOND TUTU



Gefunden als „Schlussstein“ in: Publik-Forum 9/2009 v. 8.5.2009.